Langleys blühende Fantasien

Wässern im Garten


Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer – Ein Sommer, wie er früher einmal war? Ja - mit Sonnenschein von Juni bis September und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr… Rudi Carrell wusste, was wir uns sehnlich wünschen. SOMMER, BLÜTENPRACHT und ENTSPANNUNG. Alles ist noch möglich. Im kommenden Jahr wird unser Sommer bunt und dann kommt alles andere von ganz allein. Und damit alles blüht, grünt, fruchtet und artgerecht wächst, sollte mit dem Gießen, Wässern oder nur Nassmachen der liebgewordenen Botanik nicht übertrieben werden. Natürlich müssen Pflanzen je nach Standort (sonnig, windig, halb- oder total schattig …), Bodenverhältnissen (sandig, lehmig, nass, trocken ...), Wachstumsbedingungen (kletternd, bodennah, buschig, vereinzelt, verdichtet …) und eigenem Anspruch (heimisch, subtropisch, tropisch, mediterran ...) hinreichend mit Wasser versorgt sein.

 

Aufklärungs-Botanik - Nun folgt etwas Aufklärungs-Botanik. Wer weiß, dass seine krautartigen Pflanzen zu 70 bis 95 % aus Wasser bestehen und fast 98 % des aufgenommenen Gießwassers durch Verdunstung wieder an die Atmosphäre abgeben werden, kann schnell errechnen, dass nur 2 % Nässe zum Wachsen, Blühen, Fruchten und Leben übrig bleiben. Dieser hohe Wasserverbrauch erklärt sich aus der Tatsache, dass Pflanzen die notwendigen Nährstoffe nur in Wasser gelöster Form und in sehr niedriger Konzentration aufnehmen können, um zu überleben.

 

Wenn Pflanzen im Garten leiden und kurzerhand schlapp machen, dann wird der Wasserhahn schon mal voll aufgedreht. Und wer das gute Trinkwasser seiner Natur zur Verfügung stellt, wird schnell feststellen, dass dann auch die Wasseruhr (1000 Liter Trinkwasser kostet so um 1,70 €) quasi durchdreht. Wer damit im Garten haushalten möchte, kann durch pflanzengerechtes Gießen seinen Beitrag dazu leisten. Beim bewussten Umgang mit dem „blauen Gold“ kann selbst bei brütender Sommerhitze noch Wasser im Garten eingespart werden. Und es ist ganz einfach, man braucht nur das teure Trinkwasser oder gesammeltes Regenwasser seltener aber dafür ergiebiger auf die Wurzeln seiner Pflanzen zu bringen. Hier einmal ein praktisches Beispiel: Wenn der Gartenboden etwa 10 cm tief ausgetrocknet ist, sollte man ihn oder genauer die dort angepflanzte Natur mit zwei großen Gießkannen pro Quadratmeter gezielt bewässern.

 

Einfache Technik hilft sparen - Bereits der kostengünstige Einbau eines Wasserabschneiders im Regenwasserfallrohr sorgt zukünftig für unentgeltliches Gießwasser. Ein weiterer Vorteil: Das weiche Regenwasser wird von den meisten Pflanzen besser vertragen als das (meist) härtere Leitungswasser. Das nasse Gut kann in lichtundurchlässigen Regentonnen, Fässern oder Zisternen bevorratet werden. Wo allerdings kleine Kinder im Garten spielen, sollte auf jeden Fall für eine sichere Abdeckung für alle Behältnisse gesorgt sein, denn Sicherheit ist hier besonders wichtig. Erdtanks sind vor allem vor Wärme und Licht geschützt. Die Wassertemperatur beträgt ganzjährig nur 6 bis 8°C. Die absolute Dunkelheit lässt Algen keine Chance, wodurch das Wasser auch nicht umkippen kann. Zum anderen können im kühlen Wasser auch keine Mikroorganismen oder Bakterien überleben, geschweige denn sich vermehren, da ihnen neben Wärme ein ausreichendes Nährstoffangebot fehlt. Wer sein gesammeltes Regenwasser nutzt, bewässert oft sehr viel bedarfsgerechter. Um unnötige Wasserverluste zu vermeiden, beschränkt sich das Gießen fast zwangsläufig auf ein erträgliches Mindestmaß, ohne dabei gute Ernte- und Qualitätsverluste seiner oft wertvollen Pflanzen aus dem Augenwinkel zu verlieren.

 

Regentropfen, die an Dein Fenster klopfen, das merke dir, die sind ein Gruß von mir. Sonnenstrahlen, die in dein Fenster fallen, das merke dir, die sind ein Kuss von mir. Wer Regentropfen so liebevoll wie Max Raabe in seinem Songtext besingt, kann mit einer im Gartenfachhandel angebotene „Tröpfchenbewässerung“ den Wasserverbrauch dadurch reduzieren, dass Wasser direkt den Wurzeln zugeführt wird. Das bedeutet verbesserte Wachstumsbedingungen (alles blüht und gedeiht), kaum Nährstoffauswaschung (gut für die Umwelt) und geringer Wasserverlust (kostensparend). Und es geht noch besser. Wer mal keine Zeit hat oder länger im Urlaub ist, könnte es mit einem unkompliziert zu handhabenden Bewässerungscomputer gezielt regnen lassen. Einfacher geht es nicht!

 

Tröpfchen fürs Töpfchen - Wasser sparen ist so einfach - vorausgesetzt der Boden speichert die Feuchtigkeit lange genug. Häufiges Gießen wird erst nötig, wenn der Boden in 10 cm Tiefe immer noch trocken ist. Wie schnell das Wasser verdunstet, hängt in erster Linie von der Bodenbeschaffenheit ab. Hier hat sich das bodendeckende Mulchen als geeignete Sparmethode bewährt. Durch das Abdecken der Erdoberfläche wird der Verdunstungsvorgang wesentlich verlangsamt. Wer nicht mulcht, kann durch die Verwendung eines Sauzahns dafür sorgen, dass die Erde weniger Feuchtigkeit verliert. Auch eine dichtere, bodenschützende Bepflanzung zum Beispiel durch Storchschnabelgewächse bindet die notwendige Feuchtigkeit für längere Zeit im Boden.

 

Wenn jetzt Sommer wär´ -  Wenn jetzt Sommer wär, wenn jetzt Sommer wär….. Dann würd' ich ab ans Meer. Das mag für Pohlmann gelten, Ihre Pflanzen benötigen gerade in der Hauptwachstumsphase (Juli/August), wenn sie quasi Kniehöhe erreicht haben, täglich mehr Wasser, etwa 3 bis 5 l je m². Wenn Gemüse Knollen, Wurzeln oder Blüten ansetzt, ist der Wasserbedarf verständlicherweise noch größer. Und wann macht die Bewässerung Sinn? Wenn nicht bei direkter Sonnenbestrahlung gegossen wird. Wer frühmorgens gießt, vermeidet, dass Blätter über Nacht feucht bleiben und somit anfälliger für Pilzkrankheiten sind. Wer abends mit Wasser großzügig das Grün benetzt, schafft damit das ideale Feuchtklima für Schnecken. Sie lieben die frisch gegossenen Beete in der Nacht und bedanken sich verbissen auf ihre Art und Weise. Gartenbeete erst bewässern, wenn der Boden Zeigefingertief ausgetrocknet ist.

 

Und wie bereits geschrieben: Zwei größere Gießkannen pro Quadratmeter reichen in der Regel aus. Wer so mit Wasser umgeht, sorgt auch dafür, dass die Wurzeln der Pflanzen in tiefere Schichten wachsen und damit weniger empfindlich gegen Trockenheit sind. Und wer nicht mit seinen Kannen stundenlang durch den Garten laufen möchte oder will, der singt vielleicht: Am Tag als der Regen kam, lang ersehnt, heiß erfleht, auf die glühenden Felder, auf die durstigen Wälder, am Tag als der Regen kam, lang ersehnt, heiß erfleht, da erblühten die Bäume, da erwachten die Träume, da kamst du.“ Mit zwei Kannen voller Wasser.

 

Gartenbotschafter John Langley


Wässern im Garten

Fotos: John Langley, Ulrike Schacht (1), Hilia Höpker (3)