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Langleys blühende Fantasien

Vielfalt in Blau


Ein blaues Blumenbeet, in dem immer etwas blüht – wer hat davon noch nicht geträumt? Für die Einen ist das Blau die Farbe der Ferne. Für mich schafft Blau ganz besonderen Raum, es schafft Perspektiven. Es gibt glücklicherweise die unterschiedlichsten Stauden, die das »Versuchen« in der heutigen Zeit ziemlich leicht machen, indem sie sich relativ problemlos verpflanzen und arrangieren lassen. Ein Besuch in der Staudengärtnerei vor Ort lässt einen staunen über das riesige Angebot.

 

Blau blüht nicht nur der Enzian - Ein blühendes Erlebnis aus der Züchtung von Karl Foerster ist die Staude Veronica teucrium »Knallblau«. Der Büschel-Ehrenpreis mit seiner leuchtenden, unglaublich blauen Blütenfarbe und grasgrünen Blättern ist ein moderner Klassiker für Beet- und Wildstaudenpflanzungen. Wer auf durchlässigen, kalkhaltigen Lehmböden gärtnert, wird begeistert sein. Ein Rückschnitt nach der Blüte baut die Pflanze wieder auf. Besonders beliebt ist Wiesen-Ehrenpreis Veronica longifolia Blauriesin. Diese winterharte, mehrjährige »blaue Riesin« ist eine robuste Staude. Beeindruckend sind die langen blau-violetten Blütenähren. Wer die Natur im Garten liebt, freut sich über den Hummel- und Bienenflug und andere nützliche Insekten. Sie alle fliegen auf diese Pflanze. Ideal wäre ein feuchter, nährstoffreicher Boden und ein sonniger Standort.

 

Der Phlox paniculata Blue Paradise, auch als Flammenblume »Blue Paradise« bekannt, ist mit seinen auffälligen aufrechten, pompösen, dekorativen (als Schnittblume geeignet) Wuchs und den kraftvollen, hellvioletten bis violett-blauen Blütendolden schon sehr eindrucksvoll. Diese Staude wächst bevorzugt in einem normalen durchlässigen Gartenboden und darf vollsonnig stehen. Ein Rückschnitt sollte im Herbst bis Spätherbst durchgeführt werden, wobei empfehlenswert ist, abgeblühte Pflanzenteile sorgsam während der Blütezeit zu entfernen. Die blauen Blüten der Aster novae-angliae Barr´s Blue leuchten von September bis Oktober besonders bei sonnigem Standort. Die Staude steht gern auf frischen, neutralen und durchlässigen Böden. Was bedeutet, dass Staunässe unbedingt zu vermeiden ist. Wer die Spitzen bis Ende Mai herausschneidet, sorgt dafür, dass sich die Pflanze verzweigt und üppiger blüht. Ein weiterer Rückschnitt vor der Samenreife stoppt die Selbstaussaat.

 

Wer noch in den letzten Sommerwochen und an schönen Herbsttagen vom reinblauen Farbenrausch der Kissenaster überrascht werden will, sollte seiner Aster dumosus Mittelmeer mehr als die Hälfte des Tages einen sonnigen Standort anbieten. Kurze Schattenwirkung wird ohne Probleme vertragen. Sehr beliebt sind sie als Einfassung von Staudenbeeten und an Böschungen. Der Schnitt erfolgt nach dem Winter im zeitigen Frühjahr unmittelbar über dem Boden. Wer die Polster dieser Pflanzen vermehren möchte, kann im Herbst diese leicht teilen und die Teilstücke wieder einpflanzen. Alljährlich, am besten im Frühjahr, sollte mit organischem Dünger (40-50g/m²) das Wachstum und die Blüte gefördert werden. Es gibt so gut wie keinen Standort im Garten, für den keine Staude gewachsen ist. Ob Steingarten oder Teichrand, kühlschattiger Gehölzrand oder vollsonnige Wildblumenwiese – in der großen Familie der Stauden gibt es mit Sicherheit einen oder mehrere »Spezialisten«, die genau für diesen Standort geschaffen sind.

 

Wie wirken Stauden am besten? - Stauden sehen in Gruppen gepflanzt am besten aus, wobei die jeweilige Anzahl von der Pflanzengröße abhängt. Bei hohen Stauden reichen vier bis fünf Pflanzen, bei niedrigen Polsterstauden können es bis zu 20 Stück in einer Gruppe sein. Stauden kann man nicht nur mit Stauden, sondern auch mit allen anderen Gartenpflanzen problemlos kombinieren.

Verschiedene Stauden sind in der Lage, nach der ersten Blüte im gleichen Jahr ein zweites Mal zu blühen. Voraussetzung ist jedoch, dass gleich nach der ersten Blüte alles Verblühte stark zurückgeschnitten wird. Hierdurch erhält die Pflanze den Anreiz, aus ruhenden Knospen erneut auszutreiben und ein zweites Mal zu blühen. Diese Remontierfähigkeit haben der blaublühende Rittersporn, Salbei, Türkenmohn, Flockenblume, Katzenminze, Phlox, Lupine, Anchusa (Ochsenzunge), Centaurea (Flockenblume), Coreopsis (Mädchenauge), Gailardia (Kardenblume), Heliopsis (Sonnenauge), Polemonium (Jakobsleiter), um nur einige Pflanzen der Romantik zu nennen. Sie alle blühen für Sehnsucht, Liebe und Unendlichkeit.

 

 

Gartenbotschafter John Langley


Vielfalt in Blau

Fotos: