Langleys blühende Fantasien

Stressfreier Garten - will man den überhaupt?


Wer nicht nur frühmorgens durch den Garten schlendert und dabei deutliche Fraßspuren erblickt, ist oft erschrocken. Warum gerade hier und jetzt? Wie so oft im Leben, lassen sich die eigentlichen Verursacher nur schwer oder fast nie auf frischer Tat entdecken. Bevorzugt nachtaktive Schädlinge nutzen die oft feuchtere Dunkelheit, um sich vor Wärme (Austrocknung) zu schützen. Schnecken "schwimmen" sogar nachts auf einer selbst gelegten, silbrigen Schleimspur über lange Strecken zu ihren oft duftenden Futterplätzen. Tagsüber verstecken sich auch die Schleimer gern. Wer das weiß, baut kurzerhand Fallen aus flachen Steinen, größeren Brettern oder feuchten - mit Salat unterlegten – Tüchern. Diese preiswerten Fangmethoden sind ein guter praktikabler Anfang zur Schadensbegrenzung. Pflanzenaufgüsse aus Rosmarin oder Pfefferminze werden 1:10 verdünnt über die gefährdeten Pflanzen gegossen, das mögen Schnecken nicht so gern.

 

Ebenerdig, eingegrabene „klassische“ mit Bier, Milch oder Limonade gefüllte Lockfallen machen in der Praxis keinen richtigen Sinn. Sie wirken eher anziehend für das Schneckenvolk. Und was müssten das für riesige Behältnisse sein, wo Hunderte auf den Schlag für immer gefangen wären? Bei der Verwendung von handelsüblichem „Schneckenkorn“ sollte beim Kauf immer auf Umwelt, Mensch, Fauna und Flora geachtet werden.

 

Aufgewühlt und aufgeregt - Ein anhaltendes Reizthema im Garten sind aktive Wühlmäuse. Was tun? Der beste Undercover-Einsatz sind das Frühjahr nach der Schneeschmelze oder der Spätherbst. Maßnahmen während der Sommermonate sind wenig effektiv, weil dann die Junior-Wühlmäuse besonders aktiv sind. Eine Bekämpfung in eigenem Garten macht keinen Sinn, weil viel größere Bereiche von den tag- und nachtaktiven Wühlern besiedelt werden. Der Fachhandel ist genau so aktiv und bietet deshalb verschiedene Fangtechniken, von der "Bayerischen Drahtfalle" bis zu Kippbügel- oder Röhrenfallen sowie speziellen Wühlmaus-Fängern an. Es gibt bei der größten Vielfalt kein „Universalmodell“. Und wer mit Lärm versucht, Ruhe in den Garten zu bekommen, wird keinen Erfolg verbuchen können.

 

Spontanes Grün – nachhaltiger Stress - Der Garten blüht und wächst und zeigt sich von seiner wüchsigen Seite. Natürlich gilt das auch für das „Un"- oder Wildkraut. Hier und da ein bisschen zupfen, graben, mähen und rupfen gehört allerdings nicht zu den effektiven Methoden der "Un"krautbekämpfung. Man sollte wissen, dass stickstoffreiche, überdüngte Böden von Giersch, Quecke, Bingelkraut und Vogelmiere bevorzugt werden. Giersch lässt sich mit gepflanzten normalen Kartoffeln dezimieren, so bleibt die Fläche weitgehend sauber.

 

Die oft hartnäckigen unterirdischen Organe der „Wildwachser“ verfügen über die Fähigkeit, aus dem kleinsten Wurzelfragment in kürzester Zeit eine neue Pflanze zu entwickeln. Mit handelsüblichen Unkrautfolien und aufgetragenen Mulchschichten wäre eine geringe Einschränkung zwischen der Bepflanzung möglich. Wer vor der Blüte das Franzosenkraut, Brennnessel und Springkraut aus dem Boden zieht, verhindert zumindest den durch Samen entstehenden "Nachwuchs".

 

Natürlich hat "Un"kraut manchmal auch etwas Gutes. Disteln locken Schmetterlinge an und Brennnesseln etwa sind gutes Futter für so manchen Nützling im Garten.

 

Gartenbotschafter John Langley

 


Schnecken

Fotos: John Langley