Langleys blühende Fantasien

Leckere Nachgärten


Wenn man sich für einen Naschgarten entscheidet, dann geht es nicht nur um die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln aus der Natur pur, sondern um einen oft unbekannten Erlebniswert. Es stehen viele Varianten an Obst, Gemüse oder auch Kräutern und Blüten zur Auswahl. Zwar lassen sich einige Sorten sinnvollerweise nur in einem großen Gemüsegarten anlegen, aber auch hier geht der Trend zur Vielfalt in kleineren Mengen. Bevorzugt Minigemüse hat dort seinen großen Auftritt. Welche Kombination für den persönlichen kleinen Naschgarten passt, hängt – im wahrsten Sinne des Wortes – vom eigenen Geschmack ab.

 

Mobile Naschgärten - Das Sortiment im Gartenfachhandel enthält eine Reihe von Tomaten-, Gurken-, Peperoni- und Auberginensorten, die auch im Gefäß auf dem Balkon leckere, gesunde Früchte ausbilden und somit auf kleinstem Raum gedeihen. Wähle in jedem Fall hochwertige Sorten mit kleinen Früchten aus, die von der Pflanze weg gleich vernascht werden können. Ein weiterer Vorteil dieser robusten vielfältigen Sorten ist, dass sie weniger Pflanzenschutzmaßnahmen benötigen. So lässt sich so naturnah wie möglich gärtnern. Wer Lust auf Schlangengurken hat, kann zwischen mittel-großen, großen und kleinen Snackgurken wählen. Auch bei Tomaten lassen sich klein oder großfruchtige San-Marzano-Typen, Cherry- und Datteltomaten auswählen.

 

Erst säen dann ernten - Ab Mitte Mai ist die richtige Aussaatzeit für Wärme liebende Gemüse wie Bohnen, Zuckererbsen, Gurken, Zucchini oder Mais. Sie brauchen eine warme Witterung, bei der die Bodentemperatur dauerhaft über 10 Grad liegen sollte, um gut zu keimen. Sollte die Witterung auch im Mai noch zu kalt sein, hilft ein Vlies über der Aussaat als schützende Decke. Weil die Fläche auf der Terrasse oder Balkon leider oft begrenzt ist, muss man eben in die Höhe gärtnern. Für den Anbau auf dem Balkon sind rankende Pflanzen wie geschaffen. Zusatznutzen: Sie bieten auch Sichtschutz. Pflegeleicht und üppig rot blühend ist zum Beispiel die Feuerbohne. Aber auch Kürbis oder Gurke gedeihen gut.

 

Naschgarten richtig anlegen - Eine kleine Fläche im Garten sollte immer gut ausgenutzt werden, indem man zum Beispiel ein effizientes Hochbeet anlegen lässt. Die Pflanzen sind hier besonders ertragreich und lassen sich fast auf Augenhöhe ernten. Wilde Himbeeren, die sich als Füllsträucher in halbschattigen Standorten eignen, tragen reichlich. Noch mehr Schatten halten die Wildformen von Stachelbeere und Johannisbeere aus. Eigentlich lässt sich für das gesamte Jahr etwas für die Geschmacksnerven im Garten tun. Das Jahr beginnt mit Kräutern. Verständlich, wer die Blätter zwischen den Fingern zerreibt, daran schnuppert und sich den Geschmack auf der Zunge entdeckt, weiß sofort, was ich meine. In der Jahresmitte kommen die Beerenfrüchte sowie Kern- und Steinobst und zum Ende des Jahres folgen die Nüsse.

 

Blüten auf Brot? - Die Idee Blumen zu „verkochen“ ist eigentlich nicht neu, wer in seinen alten Kochbüchern stöbert, wird schnell fündig. Nur die eine oder andere Rezeptur ist schlichtweg in Vergessenheit geraten. Blumen vom Floristen sind für die Vase aber nicht für den Kochtopf gedacht. Durch möglicherweise anhaftende Pflanzenschutzmittel sind sie zum Verzehr ungeeignet. Dagegen lässt sich Blühendes vom eigenen Balkonkasten oder Garten durchaus verwenden, wenn man es nicht übermäßig gedüngt hat. Also: „Lass Dich nieder, wo die Blumen blühen ... und schmecken.“

 

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Verwendung von Blüten. Als dekorative Beilage (auch verzuckert), zum Aromatisieren in Getränken, Marmeladen, Gelees und in oder auf den unterschiedlichsten Süß-Speisen. Dort haben dann Stiefmütterchen, Rosenblütenblätter, Fencheldolden, Astern und Dahlienblüten oder deren Blütenblätter ihren Auftrag, das Auge und den Gaumen zu erfreuen. Am Wegesrand blühen Wildkräuter wie Löwenzahn, Veilchen und das beliebte Gänseblümchen, auch sie sind eine kleine Delikatesse. Wer an sonnigen Tagen erntet, kann auf ein gutes Aroma und zarten Duft hoffen. Vorsichtig die gepflückte Botanik behandeln und auf Kleinstlebewesen kontrollieren. Die Blüten möglichst frisch und nur unverwelkt verwenden, sie vorsichtig ins kalte Wasser tauchen und darin hin- und herschwenken. Durch ein zusätzliches kurzes Eiswasserbad bleiben der Geschmack und die leuchtenden Farben problemlos erhalten.

 

Welche Blumen und Blüten kann man essen? -  Apfel, Artischocke, Bärlauch, Basilikum, Begonie, Bohnenkraut, Borretsch, Chrysanthemen, Dahlie, Dill, Fenchel, Gänseblümchen, Gladiole, Herbstaster, Holunder, Jasmin, Kapuzinerkresse, Klee, Koriander, Kornblume, Lauch, Lavendel, Liebstöckl, Lindenblüte, Löwenzahn, Magnolie, Majoran, Malven, Mohn, Orange, Passionsblume, Pfefferminz, Phlox, Ringelblume, Rose, Rosmarin, Salbei, Schafgabe, Schlüsselblume, Schnittlauch, Sellerie, Senfrauke, Sonnenblumen, Stiefmütterchen, Taglilie, Thymian, Veilchen, Zierlauch, Zucchini, Zwiebel

 

Gartenbotschafter John Langley


Leckere Nachgärten