Langleys blühende Fantasien

Im Sommergarten


Oase und Naturerlebnis pur- Was macht eigentlich einen sommerlichen Garten aus? Er ist unbestritten ein einmaliges blühendes Naturerlebnis und vor allem als ein Refugium der Entspannung zu verstehen. Vorausgesetzt, man lässt sich die Natur und nicht die Arbeit über den Kopf wachsen. Gestaltete sommerliche Terrassen oder liebevoll bepflanzte Luftgärten (Balkone) werden mit wenigen Handgriffen zum Erholungs- und Lebensraum für Pflanze und Mensch. Es ist die Zeit, wo exotische Pflanzenschönheiten ihren blühenden Auftritt haben. Aber nur dann, wenn möglichst morgens gegossen wird. Wer eine Verpilzung seiner pflanzlichen Schützlinge vermeiden will, sorgt dafür, dass nass gewordene Blätter schneller durch die wärmeren Tagestemperaturen abtrocknen können. Abends „genässte“ Pflanzen sind stressanfälliger.

 

Wenn die Sonne knallt - Wenn die sommerliche Sonne so richtig kräftig "knallt", benötigt die inzwischen voluminöse „Reihenbepflanzung“ auf dem Balkon mindestens vier Liter Wasser pro Tag. Wenn dann noch der Wind durch die Blütenpracht pfeift, kommt oft die doppelte Dosis dazu. Gut zu merken: Je kleiner der Pflanz"behälter" und je größer die Zahl der Pflanzen, desto schwieriger ist es, gezielt und richtig zu gießen. Wer es allerdings zu gut mit dem Wasser meint, sorgt schnell für Sauerstoffmangel im Wurzelbereich. Keine Luft – kein Leben. Das blühende Grün ertrinkt und sieht trotzdem total „vertrocknet“ aus. Der blühende Erfolg hängt auch von der guten, regelmäßigen Ernährung ab. Gedüngt werden kann - wenn nötig - von Juni bis September. Bei sonnigem, warmem Wetter wöchentlich, bei kalter, trüber Witterung notfalls die Düngedosis halbieren.

 

Grün braucht Wasser- Bei lang anhaltenden Schönwetterperioden sollten besonders „immergrüne“ Gehölze ordentlich bewässert werden. Dazu kommt noch, dass der dichte, oft schirmartige grüne Bewuchs kaum Regen auf die Wurzeln bringt. Nadelgehölze wurzeln relativ flach und „vertrocknen“ nicht sofort, sondern es dauert schon eine längere Zeit, bevor der Schaden sichtbar wird. Trockenheit, aber auch zu viel Nässe und Magnesiummangel sorgen dann für sonnengelbe Nadeln. Auch ein zu hoher Kalkgehalt im Boden könnte die Ursache sein. Die nadelförmigen Blätter werden von den Spitzen her gelb, weil der wichtige Nährstoff Magnesium für die notwendige Grünfärbung fehlt. Hier hilft eine „Bittersalz – Kur“. Das Bittersalz im Wasser auflösen und auf die Nadeln spritzen. Diese gezielte Nadeldüngung lässt wieder auf Grün hoffen. Eine oft spontan angewendete Bodendüngung mit Patentkali oder einem Tannen-Spezialdünger hilft in diesem Fall nicht mehr. Der Weg über die Wurzeln dauert bei akutem Magnesiummangel einfach zu lang.

 

Rosiger Sommer - Rosige Zeiten sind in diesem Jahr deutlich eingeschränkt. Starker Frost zum Jahresbeginn hat die „Königin“ geschädigt oder total gestresst. Eine zweite Rosen-Düngung sollte deshalb nicht zu spät verabreicht werden. Sonst ist wieder der „Frust“ für das kommende Jahr vorprogrammiert. Das Holz der Rose reift dann nicht mehr aus und fällt den ersten Frösten zum Opfer.

 

Gold und Geld sparen - Auf die Dauer ist Trinkwasser eindeutig zu teuer für den Garten. Wer das nasse Gold und Geld sparen möchte, kann bereits mit einem bewährten Gärtnertrick Erfolg haben. Jeder spezielle Trockenstandort hat eigene Überlebenskünstler hervorgebracht. Diese Vielfalt bietet auch für die Gartengestaltung reiche Auswahl. Arten, die sich für die Bepflanzung sandiger Böden anbieten, sind Schwertlilien mit graugrünen Blättern. Sie begeistern im Garten mit blauen, gelben, weißen oder vielfarbigen Blüten. Mediterrane Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Salbei und Thymian sind auch in ihrer Heimat Trockenheit gewohnt. Selbst heimische und eingebürgerte Gehölze wie Rosen, Felsenbirnen, Flieder oder Wacholder brauchen kein Wasser aus dem Schlauch, denn sie versorgen sich durch tief reichende Wurzeln ganz von alleine. Viele dieser Pflanzen ermuntern nicht nur zum Wasser sparen, sondern fordern regelrecht die Vernachlässigung und zeigen erst dann ihre volle Schönheit.

 

Gartenbotschafter John Langley

 


Sommerzeit

Fotos: John Langley (2), Andreas Bock (1+4)