Weihnachtspflanzen

Copyright / Fotos: Hilia Marija Höpker


Amaryllis Trendpflanze des Jahres


Auch hier "warten" die kräftigen Amarylliszwiebel mit den Wurzeln auf Käufer. Überhaupt, wenn man sich jetzt in Blumenfachgeschäften und Gärtnereien umsieht, fällt auf, dass immer mehr Zimmerpflanzen weih- nachtlich "veredelt" angeboten werden. Deshalb haben wir uns (NDR Redakteurin Sara Helmig) und ich mich für dieses "dekorative" Thema entschieden.

 

Alljährlich geben die schönen (für mich die absolute TRENDBLUME)  Amaryllis, Rittersterne oder richtiger Hippeastrum ihre persönliche Gala- vorstellung nicht nur auf der Fensterbank. Wenn es draußen trist, kalt und grau ist, entfalten sie drinnen, im Warmen, ihre riesigen weißen, rosa-roten, orangefarbenen oder leuchtendroten Blütenkelche. Es ist eine wahre Freude. In nur sechs bis acht Wochen entwickelt sich dieses Blütenwunder aus einer "dicken" Amarylliszwiebel (siehe Foto) zu einem Traum. Verständlich, wenn Jahr zu Jahr, die Zahl der Amaryllisfans größer wird.

 

So wird gepflanzt!

 

Die dicken Zwiebeln werden bei normalen Zimmertemperaturen ein- zeln in saubere Ton- oder Kunst- stofftöpfe gepflanzt, die nicht viel größer sind als die Zwiebeln selbst. Eine Faustregel besagt, dass der Abstand zwischen Zwiebel und Topfrand nur eine Daumenbreite betragen soll. Es wird so gepflanzt, dass gut die Hälfte der Zwiebel aus der leicht sandigen Erde schaut. Wichtig ist, dass beim Pflanzen die starken Wurzeln unversehrt bleiben.

 

Gleich nach dem Einpflanzen wird der Ritterstern mit lauwarmem Wasser gegossen. Nach einigen Tagen erscheint aus der Zwiebelmitte ein grüner Trieb. In wenigen Wochen ist ein kräftiger Schaft aus der Zwiebel herausgetrieben und die Amaryillis entfaltet über weitere Wochen ihr ganzes Blütenwunder.

 

Bitte nicht vergessen: Erst während der Blüte wird die Pflanze einmal wöchentlich gedüngt.

 

Der Tipp: Verblühte Amaryllisblüten entfernen, damit sich keine Samen bilden, die unnötig Kraft kosten. Den Blütenschaft jedoch stehen lassen, bis er welk wird, dann vorsichtig ab- trennen.

 

Was passiert nach der Blüte?

 

Die Entwicklung der langen schmalen Blätter geschieht meistens erst mit oder nach der Blüte. Ein heller, sonniger Standort (wenn vorhanden) unterstützt das Gedeihen. Die Blätter müssen kräftig wachsen, dabei kann die Pflanze ab Mitte Mai gut an einer geschützter Stelle auf dem Balkon oder im Garten stehen kann.

 

Bis Anfang August wird regelmäßig gedüngt und dann beginnt die Reifephase der Zwiebel.

 

Von Ende August/September überlässt man die Zwiebel sich selbst. Sie wird nicht mehr gegossen, nicht mehr gedüngt. Nach und nach sterben die im Sommer kräftig gewordenen Blätter ab und versorgen die Zwiebel mit Saft und Kraft. Sie wird in dieser Ruhezeit immer dicker, bis sie schließlich nach drei Monaten Ruhe wieder neue Blüten treibt. Dann wird wieder gegossen und rechtzeitig vor Frost- beginn ins Haus geholt, damit die Blütezeit von neuem beginnen kann.

Amarylliszwiebeln wachsen im Wachs - Die absolut pflegeleichte Pflanze "freut" sich über einen warmen Standort und blüht bis zu sechs Wochen. Sobald sie verblüht ist, lässt sich die Wachshaut leicht entfernen und die Zwiebel kann (siehe oben im Text) neu gepflanzt werden.


Einfach mal den Kopf hängen lassen

Eine noch recht unbekannte, aber interessante dekorative und beson- dere Dekorationsidee lassen sich mit "hängenden" blühenden Amaryllis gestalten. Es ist ganz einfach. Dazu werden die Stängel der Amaryllis am unteren Ende mit einem Klebestreifen umwickelt, damit sich die Schnittfläche nicht "aufrollt". Die Blüte wird vertikal nach unten gehalten und in den hohlen Stiel Wasser aufgefüllt. Wer einen Korken hat steckt diesen auf die Öffnung um die Verdunstung des Wassers zu reduzieren. Dann hält ein frischer, knospiger "Ritterstern" gut und gerne zwei bis drei Wochen. Also, ruhig einmal den Kopf zur Weihnachtszeit hängen lassen. Noch Fragen? Dann HIER


Weihnachtssterne

 Hier mache ich mir das GANZ leicht. Weitere Info zum STERN gibt es HIER.

Weihnachtsstern: Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die eigentlichen gelben Blüten in der Mitte noch nicht abgefallen sind. Ein heller, gern auch sonniger Standort ist ideal. Während der Blüte sollten es zwischen 15 und 22 °C sein. Bei zu hohen Temperaturen und zu wenig Licht bekommt sie schnell gelbe Blätter. Wenig Wasser damit der Wurzelballen nur leicht feucht ist. Der Fingertest: Wenn beispielsweise der Zeigefinger auf den Wurzelballen gedrückt wird und dabei schon Nässe gespürt wird, ist diese Pflanze deutlich zu nass.


Phalaenopsis - Hybride Malaienblume


Eigentlich sollten Orchideen (so sage ich es immer) eher stiefmütterlich behandelt werden. Orchideen sind individuell, bizarr, tropisch und von anmutiger, fast einmaliger Exotik.  (Finde ich immer noch) Die intensive, aufsehenerregende Farbigkeit und damit verbunden außergewöhnliche Leuchtkraft bringt jetzt Kolorit in unseren dunklen Winter. Die große Anzahl pflegeleichter kultivierter Arten und Sorten ist inzwischen Dank gärtnerischer moderner Vermeh- rungs- und Kulturtechniken immens.

Die "moderne" Orchidee kommt ohne komplizierte Pflege in unseren Wohnräumen zurecht. Sie schätzt ganzjährige Temperaturen von 16 Grad und darüber, und blüht dabei so richtig auf.

Wer seine Orchideen gekonnt (etwas salopp formuliert) "stiefmütterlich" vernachlässigt, diese nicht verhät- schelt und genügen Geduld aufbringt, wird von Jahr zu Jahr über Jahrzehnte immer faszinierter von ihnen sein. Vielleicht ist das diesjährige blühende Weihnachtsgeschenk der Einstieg in eine lebenslange Leidenschaft.

 

Die Phalaenopsis beispielsweise benötigt auf der Fensterbank einen hellen Platz und eine Ruhepause nach dem Ausreifen der Triebe. Je nach Herkunft der Sorten ist eine temperierte bis warme Zimmer-temperatur geeignet (ca. 16°-25°C). Die Hauptblütezeit ist im Herbst/ Winter und Frühjahr. Sie dauert bis zu drei Wochen. Das Farbspiel variiert von weiß über gelb bis rot. Die Hauptfarbe ist jedoch Lila.

 

Phalaenopsis - Heimat Südostasien, eine der besten Zimmerorchideen für den warmen Fensterplatz. Sie liebt eine gleichmäßige Feuchte im Ballen, darf aber nie zu nass werden. Sie kann das ganze Jahr über blühen. Was ist zu tun? Nach Abwelken der Blüte kann die Rispe um ein Drittel von oben zurückgeschnitten werden. Man erhält somit einen zweiten Blütenstiel aus einem unterhalb der Schnittstelle liegenden Auge. Sie kann dann wieder austreiben. Die Blühdauer einer Rispe beträgt zwölf Wochen und länger. Werden die Knospen vor dem Erblühen gelb und trocknen ein, kann dieses zwei Ursachen haben. Erste und häufigste Ursache ist ein Wurzelschaden durch zu viel Gießwasser. Die zweite Ursache ist Lichtmangel in den Wintermonaten.

Das kann am Standort, aber auch an den allgemeinen Witterungs- bedin- gungen der Winterzeit liegen (Schnee, Regen, Nebel oder Smogwetterlage). Manchmal kommt es zur Bildung einer sogenannten Kindelpflanze. Diese entwickelt sich irgendwo an einem Stielknoten. Wenn eine solche - neue - Pflanze mehrere drei bis fünf Zentimeter lange Wurzeln gebildet hat, kann sie zur Seite abgepflückt und in Orchideensubstrat getopft werden. Damit hat man ein Duplikat der Mutterpflanze. Phalaenopsis dürfen nie ganz trocken werden. Sie sollten entsprechend der Jahres- und Wachstumszeit auch mit Orchideen-Dünger versorgt werden.

 

Paphiopedilum - bekannteste Orchideentopfpflanze. Jeder normal beheizte Raum reicht aus. Dazu benötigen die Pflanzen gar nicht einmal sehr viel Licht. Man kann sie das gesamte Jahr über relativ gleichmäßig feucht halten. Aufpassen beim Verpflanzen - unbedingt alle zwei Jahre in Orchideen-Substrat umsetzen, sonst verschlämmt der Pflanzstoff, und die Wurzeln sterben. Nur solche Pflanzen sollten geteilt werden, die von selbst auseinanderfallen, wenn man sie aus dem Gefäß nimmt - sonst muss ein größerer Topf gewählt werden.