NDR-Mein Nachmittag


Tannenbäume mit Christine Dohnau und Gartenbotschafter John Langley®



Copyright / Fotos: Hilia Marija Höpker


Ein dufter Traumbaum


Es stimmt, dass der gute "alte" (im wahrsten Sinne des Wortes) Weihnachtsbaum nicht mehr so richtig nach Tanne oder wenn es eine Blautanne ist nach Fichte riecht.

 

Es gibt einen Trick, indem man die "frischen" Weihnachtsbäumen mit einer "zarten" Blumendusche aus Wasser benetzt. Ist erstens gut für den Baum und zweitens, wenn die Feuchtigkeit verdunstet, nimmt sie dabei die "vermissten" Duftstoffe mit.

 

Die Frische eines Baumes ist aber immer mit entscheidend für die Intensität des Duftes. Die meisten oder sagen wir mal sehr viele der fast 30 Millionen Bäume sind schon gefällt bevor diese "gehandelt" werden.

 

Nur wer selbst in Baumschulen, Förstereien oder Kulturplantagen an den ausgesuchten Weihnachtsbaum Hand anlegt, wird Natur pur erleben. Ein angenehmes Gefühl steigt dann in die Nase. Oder - wie hier - in Halstenbek ein gewachsenes Produkt aus der Region bekommt.

 

Man sagt ja, dass der "Christbaum" auch als Gesundheitsfördern zu bezeichnen ist. Bekanntlicherweise befinden sich in den Nadeln (nadelförmigen Blätter) der Tannen- und Fichtenbäume unterschiedliche Konzentrationen an ätherischen Ölen.

Genau diese Öle verdampfen bei Wärme und leichter Feuchtigkeit und dann duftet der grüne Weihnachtsbaum in der Weihnachtsstube so angenehm.


Im Sinne der Aromatherapie können sich diese Substanzen nicht nur positiv auf den Kreislauf, sondern auch auf die Nasenschleimhäute und auf die gesamten Atemwege bis tief in die Bronchien auswirken. Das muss stimmen, weil ich total beruhigt bin, wenn der frisch geerntete und dann geschmückte Baum plötzlich umfällt. Ich rege mich dann nicht mehr auf. Was für ein Geschenk der Natur. Wie gesagt, auch ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass nur frisch geschnittene oder "geschlagene Bäume" duften und die Seele beruhigen. Was angesichts der hektischen Weihnachtstage nicht verkehrt ist. Was passiert? Der Stamm und Äste des weihnachtlichen Baumes enthalten Harze, die bei Wärme aus der Rinde austreten und ebenfalls ätherische Öle und Bitterstoffe abgeben. Das schafft nicht nur diesen oft vermissten wunderbaren Geruch nach friedvollen, stillen und unberührten Wald.


Ein Wort zuvor


Advent und Weihnachten - die letzten Wochen des Jahres sind für die meisten Menschen von Erinnerungen an die Kindheit geprägt. Rituale und Bräuche wurden und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Traditionell gehören in vielen Familien der Türkranz als Willkommensgruß für Gäste, ein Adventskranz (in den Farben Rot und Grün oder in einer modernen Variante) und Koniferensträuße, geschmückt mit weihnachtlichen Accessoires, in diese Zeit.

 

Die typischen Adventsgewürze im Gebäck oder aus der Duftlampe verströmen ein Aroma, das Erinnerungen weckt, Kerzen im romantischen Leuchter oder im Adventsgesteck gelten sie als leuchtende Stimmungsmacher in dunklen Nachmittags- und Abendstunden.

 

Der geschmückte Weihnachtsbaum ist dann (immernoch für viele Menschen) der Höhepunkt dieser Zeit der Erwartungen.

 

Dabei nehmen wir die  Symbolbedeutungen der dekorierten Schmuckelemente dieser letzten Wochen eines Jahres bewusst oder unbewusst auf.

 

Das Grün in Form duftender Koniferen und das rot-orange flammende Kerzenlicht bringen heute wie vor vielen, vielen Jahren Hoffnung und Wärme in diese dunkle Jahreszeit.

 

Wer mit seiner Weihnachtsdekoration einmal nostalgische Wege beschreiten möchten, wird sicherlich begeistert auf typisch brauchtümlichen Advents- und Weihnachtsschmuck reagieren.

 

Ausstellungen in Museen - die vielerorts zu sehenden Präsentationen kreativer Floristinnen und Floristen tragen dazu bei, dass die Akzeptanz für advent- und weihnachtliches "Brauchtum" (wenn auch oft stark modernisiert -  erhalten bleibt oder bei jungen Menschen geweckt wird.

 

 

Klare grafische Formen, leuchtendes Rot und strahlendes Gold, natürliches Koniferengrün, vielfältige Früchte - das sind typische Merkmale der "alten" Brauchtumsfloristik. Ein Blick auf das Gesteck lässt vieles davon sichtbar werden.  - Grün, Frucht, Kugel, Zweig, Licht - Was fehlt?????

 

Gestaltungen, die unbeschadet die Zeiten überdauert und eigentlich nie ihre Attraktivität verloren haben. Traditionelle Adventskränze, stimmungsvolle Weihnachtsleuchter, skandinavische Türkränze oder strahlende Lichterbäume bilden gerade in unserer technisierten, schnelllebigen Zeit wirkungsvolle Blickpunkte in der Dezemberdekoration unseres Wohn- und Arbeitsumfeldes. Wenn ich durch die Einkaufsstraßen gehe, habe ich das Gefühl es wird immer BUNTER, HELLER, LAUTER und beim genauen hinschauen auch TRADITIONELLER.

 

Traditionell muss aber keineswegs "langweilig" sein.  Naturhaft edel wirkt die Kombination von Koniferen mit creme- und goldfarbenen Accessoires. Strahlendes Kerzenlicht verleiht dieser Zusammenstellung - im Gegensatz zum Blau - eine sehr warme, kostbare Ausstrahlung. Hier weisen natürliche, symbolhafte Werkstoffe wie Zapfen, Früchte, Mooskugeln, Bastquasten sowie die ganze Palette der duftenden Weihnachtsgewürze auf den Brauchtumscharakter hin.

 

Wer dem Glimmer und Glitter, der Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit unserer heutigen Zeit Beständigkeit, Harmonie, positive Überlieferung und einen tieferen Sinngehalt entgegensetzen möchte - hat dafür viele kreative Möglichkeiten.


Die Kunst des Schenkens


Blumen und Pflanzen, geschmückte Gefäßfüllungen und bepflanzte Schalen sind beliebte Geschenkartikel in den kommenden Tagen. Das sage ich jetzt natürlich nicht als Gärtner und Florist. Zu den meisten "offiziellen" Geschenktagen gehören für mich Blumen oder Pflanzen (Erlebnis-Botanik) ohnehin traditionell dazu.

 

Was wäre beispielsweise Weihnachten ohne die blühenden Klassiker???? Hübsch verpackt, ideenreich veredelt - so lassen sich Weihnachtsstern & Co überzeugend verschenken. Zu bedenken ist dabei allerdings, dass Creationen aus Blumen vergänglich sind. Blumenarrangements kann man auch kaum über längere Zeit aufbewahren und nicht "be"nutzen. Machen wir also nicht den Fehler, Blumen gleichzusetzen mit einem Geschenk von bleibendem, realem Wert. Und dennoch: Florales als Geschenk oder als "i-Tüpfelchen" auf der Verpackung hat seinen eigenen Wert auf der beliebten "Geschenke-Skala".

 

Blumen sind unbestritten eine liebevolle Geste, sollen und werden spontan Freude auslösen. Blumen sind "Türöffner" im menschlichen Miteinander, die leichter den Kontakt zu anderen finden lassen.