NDR-Mein Nachmittag


Chris Braun und Gartenbotschafter John Langley® - Wintergemüse


Hier stehe ich am Marktstand in Husum vom Gärtnermeister Frank Levecke und erfreue mich des vielen winterlichen Gemüsearten, die von Steckrüben, über Pastinaken, Grünkohl, lange rote Beete, Sand-Moor-Möhren und leckeren Feldsalat reicht, die Fotos entstanden auf meiner Einkaufs- und Recherchetour für die Sendung.



Copyright / Fotos: Hilia Marija Höpker


Wintergemüse im Garten und aus der Region


Denkt man an Winter, dann denkt man spontan auch an………..? RICHTIG, an Grünkohl. Und das dieser unbedingt FROST haben muss, bevor er sooooooo richtig gut schmeckt, stimmt nicht unbe- dingt. Aber es schadet durchaus garnix ihn einige Tage frieren zu lassen, damit der Umbau von Stärke in Zucker beginnt. Dann schmeckt er für mich etwas milder.

 

Leichte Minus-Temperaturen machen dem Rosenkohl über- haupt nichts aus, viele Menschen meinen sogar, dass er besser schmecke, wenn er erst nach den ersten Nacht- frösten geerntet wurde. Das gute an diesem Gemüse man erntet Rosenkohl immer nach Bedarf. Sinken die Tempe- raturen allerdings unter - 8° C, sollten der Rosenkohl komplett aberntet werden. TIPP: Nach der Ernte sollte der gesamte Kohlstrunk vernichtet und nicht kompostiert werden. Das ist Pflanzenschutz, weil es die evtl. vorhandenen Kohl- schädlinge deutlich minimiert.

 

Salat frisch vom Feld geerntet oder aus dem eigenem Garten – was könnte das sein???? Wie sein Name schon erahnen lässt, kommt Feldsalat tatsächlich frisch aus dem Boden. Er verträgt problemlos Tempe-raturen bis zu minus 15 Grad. Sein hoher Gehalt an Vitamin C macht ihn besonders für die dunkle Jahreszeit besonders wertvoll.

 

Und wo ich gerade bei den Vitaminen bin. MÖHREN oder Karotten enthalten eine große Menge Beta-Carotin, der wichtigen Vorstufe des Vitamin A mit antioxidativer Wirkung und Nährstoffe wie Kalium, Kalzium, Eisen und Zink machend die orangefarbenen Wurzeln so gesund. Und Sand- und Moor Möhren sind von einer "Erdpartina" ummantelt. So trocknet das junge Gemüse nicht so leicht aus. Auf welche Ideen so manche Menschen kommen.  Einfach genial.

 

Jetzt stelle ich euch „meine“ winterharten PASTINAKEN. Bis vor 300 Jahren war dies die beliebte Gemüsesorte, die in Deutschland am meisten angebaut wurde. Sie sind winterhart, und können den Winter über in der Erde bleiben und schmecken sogar besser, wenn sie ein wenig Frost abbekommen haben.

 

In Irland und England wurde aus den Pastinaken früher sogar Bier und Wein hergestellt. Oh, jetzt ein Pastinaken-Pilz.

 

Doch stattdessen stelle ich noch den „Spargel des Winters“ vor. Von außen schwarz, von innen weiß: Die Wurzel mit dem leichten Spargelgeschmack ist magenschonend, äußerst bal- laststoffreich und dabei sehr kalorienarm. TIPP:  Schwarz-wurzeln einfach nur kühl und trocken lagern, dann halten sie sich sogar wochenlang.


Die dicken, runden oder langen Knollen mit der tiefroten Farbe sind ein guter wirklich Lieferant für Kalium, Eisen und Folsäure und reich an den Vitaminen A und B. Was ist das????? Richtig!!!!! Rote Bete oder rote Beete???? Was ist eigentlich richtig????? Das man auch die Blätter genießen kann - wenn sie noch nicht zu groß sind - habe ich zuerst auch nicht gewusst. Wer das Blattwerk sch vernascht hat, wird einen "spinatigen" Geschmack ent- deckt haben, in denen sich Vitamin A, Kalzium und Eisen "versteckt" haben.

 

Das Zwiebelgemüse Porree (nicht so richtig mein Fall auch wenn mein Lieblingskoch Heinz Wehmann es sternetechnisch aufbereitet) erhält seinen besonderen Lauchgeschmack durch "Schwefelverbindungen". Was wollte die Natur damit erreichen? Eine antibakterielle Wirkung. Sollte ich doch zukünftig das Zwiebelgemüse essen? Muss Heinzi im Hamburger Landhaus Scherrer mal spontan besuchen. Schön und gut. Und noch etwas technisches……. Jede Porree-stange benötigt während der gesamten Kulturzeit ein Gemüsefliegennetz und nach dem Einkauf vom regionalen Erzeuger ein Einkaufsnetz.

 

Ein Gemüsenetz ist für die Steckrüben nicht erforderlich. Ihre Erntezeit beginnt im September oder Oktober, da die Knollen aber winterhart sind, können sie auch im Boden gelassen und dann nach und nach frisch geerntet werden. Leichter Frost gibt den Steckrüben einen etwas süßlichen Geschmack.


Gärtnern im Winter


Zwischen November und Februar ruht die Vegetation normalerweise. Nur im Gemüsebeet, da "punktet" noch das Wintergemüse! Kohl, Porree, Feldsalat und Rote Beete sind nicht nur vitaminreich und deshalb eine gute Möglichkeit zur gesünderen Ernährung. Die vielen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente halten die Gemüsesorten bei sinkenden Temperaturen im Freien widerstandsfähig. Die Natur pur ist einfach perfekt,



Wintergemüse


Als Wintergemüse bezeichnet man Gemüsesorten, die vor- wiegend im Winter geerntet werden und die zum Teil durch ihre Lagerfähigkeit über den ganzen Winter gegessen wer- den können. (z.B. Grünkohl, Feldsalat, Möhren oder Pasti- naken)

 

Geerntetes Wintergemüse aus dem eigenem Garten wird in am besten in dunklen, kühlen und leicht feuchten Räumen gelagert. Oder man nutzt einfach den „Kühlschrank im Freien“. Da lassen sich durchaus Möhren, Pastinaken und Rote Beete ohne Probleme in einem "mit sauberen Sand verfüllten Kasten" lagern. Dieses wird kühl um +4° C  "überwintert". Auf einer rund fünf Zentimeter dicken Sandschicht lagert das Gemüse dort unter besten Bedingungen. Habe ich ja auch in der Sendung von Mein Nachmittag gezeigt. Quasi ein Kühlschrank ohne Strom.