Der Traum blühender Wiesen - Gartenbotschafter John Langley®



Wer hat eigentlich die schönste Blumenwiese und warum? Die Autorin Witt / Dittrich sagen in Ihrem Buch "Blumenwiesen - Anlage - Pflege - Praxisbeispiele (BLV 1996) "Auf der ganzen Welt gibt es keine identischen Blumenwiesen. Jede ist anders."

Ist doch auch verständlich, weil Standort, Boden, Klima, Region, Tiere oder die Artenvielfalt entscheidend sind. Und wenn der Mensch in das intakte Refugium eingreift, sich an "Spritzmitteln" vergreift, es mit der Düngung zu gut meint, dann hat es es nicht begriffen, dass aus Monotonie nur ganz, ganz langsam Vielfalt wächsen kann.


Eine blühende Blumenwiese (auch nur wenige Quadratmetern) ist der Traum vieler Gartenfreunde. Der Wunsch nach einer wogenden, leuchtenden düftenden Blumenwiese ist leider häufig Illusion in unseren Gärten. Lage, Klima, Bodenverhältnisse sind dafür entscheidend, was, wie und wann Wünsche in Erfüllung gehen. Rasen oder Wiese? Für eine schöne Wiese gegenüber dem intensiv gepflegten Rasen spricht zunächst die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Den Rasen nicht mehr mähen, sondern ihn einfach verwildern lassen: So funktioniert es leider nicht mit der Blumenwiese im Garten. Es entwickelt sich dort nicht von selbst eine standortgerechte Vegetation, oft "gewinnt" oder besser überwuchert nur das wüchsigste Wildkraut.

 

Um es gleich vorweg zu sagen - es gibt "leider" keine Blumenwiese, die während der ganzen Vegetationszeit blüht. Obwohl beim Trockenrasen der Blüheffekt recht ausdauert ist, weil er wenig geschnitten wird. Die oft gewünschten Mohn- und Kornblumen sind Ackerblumen und können sich daher auf dichtnarbigen Wiesen mit einer überwiegend geschlossenen Pflanzendecke nicht entwickeln.

 

Dennoch ein kleiner Tipp: Zunächst Kräuter (2-4g/m2) tief aussähen 1,5 - 2,0 cm, Schafgarbe, Akelei, Gänseblümchen, Wilde Möhre, Vergissmeinnicht, Wiesenklee, Mohn, Glockenblume und Kamilie. Dann darüber Wiesensaat geben (Lichtkeimer). Bitte nur eine gute Saat verwenden. Am besten 10.000 Pfl. / m2 (15-20g) - je geringer das Gewicht der Aussaatmischung, umso qualitativ hochwertiger die Wiese.


Es gibt noch einen weiteren Weg, um zum blühenden Erfolg zu kommen. Zunächst den pH-Wert für Rasengräser künstlich absenken durch Aufkalken. Dann überlässt man die Fläche sich selbst, bis sich im Jahr darauf vereinzelte Wildkräuter einfinden, die nach zwei bis vier Jahren zu einer ökologisch wertvollen Wildwiese wachsen könnten. Doch was sich zunächst positiv darstellt und genau unseren Wiesen-Wünschen entspricht, verschwindet wieder. Die Vielfalt der Arten geht oft binnen weniger Jahre von rund 60 auf 5 oder 6 zurück. In einigen Fällen sogar auf null, weil dann die gesamte Fläche von Klee überwuchert ist.

 

Wenn selbst eine kleinere Fläche zukünftig nicht mehr nachgedüngt wird, könnte sich (bei entsprechenden Bodenverhältnissen) allmählich die Artenzahl der Wildkräuter erhöhen. Dazu gehören u.a. Wiesenschafgarbe, Wiesenkerbel, Glatthafer, Gänseblümchen, Wiesenschaumkraut, Berg-Flockenblume, Wiesenkümmel, Gewöhnliche Margeritte, Wiesen-Labkraut, Wiesen-Storchschnabel, Wiesen-Bärenklau, Wolliges Honiggras, Wiesenalant, Wiesenknautie (Acker-Witwenblume), Wiesen-Platterbse, Pfennigkraut, Moschusmalve, Dolden-Milchstern, Große Bibernelle, Spitzwegerich, Kleine Brunelle, Scharfer Hahnenfuß, Wiesensauerampfer (Großer Ampfer), Knöllchen-Steinbrech, Tag- (Rote) Lichtnelke, Wiesen (Großer)-Bocksbart, Weißklee, Echter Baldrian, Faden (Feinstieliger) Ehrenpreis.