NDR-MEIN NACHMITTAG


Unbekannte Werkzeuge? Wer kennt was davon?

Sven Tietzer, Chef-Fernsehgärtner Matthias Schuh (ab 2016) und Gartenbotschafter John Langley® auf dem Museumbauernhof Wennerstorf




Museumsbauernhof Wennerstorf


Museumsbauernhof Wennerstorf

Lindenstraße 4

21279 Wennerstorf

 

info[at]museumsbauernhof[dot]de

www.museumsbauernhof.de

 

Öffnungszeiten - Ganzjährig:

Di - Fr 10:00 -16.30 Uhr

 

Mai bis Oktober:

zusätzlich So/So 10:00 - 18:00 Uhr - montags geschlossen!

 


Regionale Kulturgeschichte in Wennerstorf


Lebendig und erlebnisorientiert – der Smeds Hoff in Wennerstorf ist kein gewöhnlicher Bauernhof. Museumshof und ökologische Landwirtschaft, dafür steht unsere Außenstelle. Vieh und Gartenbau, Felder und ein altes Bauernhaus – hier ist das Leben auf dem Land erlebbar, wie es um 1930 war. Der 400 Jahre alte Hof liegt im kleinen Nordheidedorf Wennerstorf bei Rade, das bis heute landwirtschaftlich geprägt ist. Der Museumsbauernhof liegt nur wenige Minuten von der A1, Ausfahrt Rade (44) entfernt. Er ist ab der Ausfahrt ausgeschildert. Der Museumsbauernhof Wennerstorf ist von Hamburg aus in etwa 30 Minuten, von Bremen aus in etwa 50 Minuten zu erreichen.


Einige historische Geräte vor Ort und in der Sendung vom NDR


  • Pflanzeisen (ohne Datierung)
  • Rasenschere (1950er/60er Jahre)
  • Einmann-Trummsäge (1. Hälfte des 20. Jahrhunderts)
  • Blaubeerkamm (1910)
  • Rosenschere (50er Jahre des 20. Jahrhunderts)
  • Pflanzer (1930 er Jahre)
  • Pflanzholz für Rüben (ohne Datierung)
  • Schaufel, Grabenreinigung (Mitte des 20. Jahrhundert)
  • Spaten, hölzern (ohne Datierung)
  • Hacke zum Rübenblattabschneiden (um 1950)
  • Schneidegerät mit Sensenbaum (ohne Datierung)
  • Harke (20. Jahrhundert) Astschere (50er Jahre des 20. Jahrhunderts)
  • Reihenzieher (2. Hälfte des 19. Jahrhunderts)
  • Holzharke (ohne Datierung)

Danke an das gesamte heutige Team in Wennerstorf


Ganz besonders habe ich mich über die kooperative Zusammenarbeit mit der Abteilungsleitung des Museumsbauernhofes Wennerstorf - Moritz Geuther - und Matthias Schuh, der Museums-Gärtner (und heutiger NDR Fernsehgärtner) und mein persönlicher Gartenwerkzeug-Fachberater für diese Sendung gefreut. Matthias ist auch asehr aktiv für die Kiekeberg-Stiftung im Einsatz.



Testdreh mit Tom Garus



Spontan, engagiert und motiviert im Einsatz


"Tom noch zehn Minuten", eine unmiss-verständliche Ansage vom Aufnahme-leiter. Etwas nervös war Tom schon, obwohl er als Journalist in Ausbildung, Volontär an der ELECTRONIC MEDIA SCHOOL (ems) schon viel gesehen und erlebt hat. Praktikum bei der Berliner Woche, Fernseherfahrung dank einer Hospitanz im Hauptstadtstudio des BR. Einen Einblick bei Reuters TV und hier und da freie Mitarbeit im Berliner Politik-betrieb. Medien und Recherchiere gehören für Tom Garus inzwischen zu seinem Alltag. In seine Bachelor-Arbeit suchte er nach Paid-Content-Geschäfts-modellen und kam zu anschaulichen Ergebnissen. Was für den einen – sage ich hier einmal etwas salopp - Produktentwicklung ist, ist für Tom vermutlich „seine persönliche Weiter-entwicklung“. Klar, wer was leisten will, muss unweigerlich auch Leistung bringen. So verstand ich seinen Auftritt vor der Live-Sendung. Er hätte sich – aus meiner Sicht – keinen besseren Mentor für diese mediale Aufgabe aussuchen können. Sven Tietzer volontierte bei radio ffn, war Primetime-Moderator und ist als Reporter für den NDR „Mein Nachmittag“ on Tour. 2012 erhielt er beim Regionalwettbewerb der ARD den Bremer Fernsehpreis für das beste Interview. Begründung der Jury: “Genügend Sensibilität für schwierige Momente, aber auch die Fähigkeit intime Fragen zu stellen, ohne den Respekt vor seinem Protagonisten zu verlieren. Ja, genau so kenne ich den Sven auch.

Zurück zum Tom. Je natürlicher jemand vor der Kamera ist, umso einfacher sieht alles von der anderen Perspektive des Zuschauenden aus. „Achtung Aufnah- me“………. Jetzt „lief“ es wie im echten Beitrag ……. fast live und voll in Farbe.  Das wirklich nicht alltägliches Thema "Historische Gartengeräte" stelle Tom souverän in knapp zehn Minuten vor. In der anschließenden Feedbackrunde war für Sven seine Authentizität besonders wichtig. Man muss für den Zuschauer vor der Kamera überzeugend glaubhaft sein. Egal, was der Reporter, Moderator oder Protagonist dort zeigt, erklärt, spricht und selber macht - muss echt, original, richtig, unverfälscht, ursprünglich, veritabel und wahr sein. Dann klappt das auch mit der Quote.



"Alte" Werkzeuge aus Wennertorf



Freilichtmuseum  am Kiekeberg


Pflanzhilfe - 1930er Jahre, Material: Metall und Holz

 

 

 

Astschere - 50er Jahre -  69 cm lang

 

 

 

Einmann- Trummsäge - 1. Hälfte 20. Jahrhundert - Holz-Pistolengriff mit auf- genageltem Blechschild (Firmen-emblem: "Jin". Grobes Sägeblatt.

Bügelsägen. Eisensäge, Baumsäge, Stichsäge, Fuchsschwanz, Kerb- oder Schrotsäge.......... gehörten um 1900 oft zur Grundausstattung der Gärtner.

 

 

 

beide Fotos: Hacke zum Rübenblatt-abschneiden oder Plattschnacker sagen "Reubenköpper". Mit diesem Gerät wurden Rübenblätter zum Verfüttern abgeschlagen.  - Material: Eisen / Holz. Egal, ob Rübenheber oder Wurzelgabel zum Auskriegen der Rüben und Rote Bete. Die kreativen Ideen und hand- werkliche Vielfalt der Arbeitsgeräte waren und sind beeindruckend. 

 

 

 

beide Fotos: Spaten - Hölzern - oder eher Schaufel? Das Wort kommt - so Werner Schröder - aus den Altenglischen scoll oder scofan und bedeutet so viel wie wegwerfen.

Und was bedeutet dann der Spaten? Hier ist ein Lateiner gefragt. Spata gleich Blatt. Ok? Dieses "hölzerner und eiserne" Blatt mit Stiel wurde überwiegend zum umgraben, ausheben, glätten oder als Pflanzspaten verwendet.      

 

beide Fotos: Schneidegerät mit Sensen- baum - Holzgriffe, Metallteile. Funktion? Zum kämmen oder schneiden? Werner Schröder schreibt in seiner Veröffent-lichung "Alte Vierländer Gartengeräte - Arbeitskultur und Alltagsbilder - (erschienen 1999) Harke mit Reini-gungsvorrichtung. Der Griff lässt sich bewegen und säubert die Zinken-zwischenräume. Harkenbreite 37 cm, Stiellänge 83 cm. Und fügt folgenden Komentar hinzu: "Erfindungsgenialität und Arbeitsferne halten sich die Waage."

 

 

rechtes Foto: Eisenharke mit Holzstiel - 20. Jahrhundert

 

linkes Foto: Schaufel / Grabenreinigung

Material: Holz / Eisen Höhe 126cm, Breite 18 cm, Tiefe 24 cm.

 

 

 

 

 

 

linkes Foto: Pflanzeisen oder Pflanzer. Länge 29 cm, Breite 11 cm. Die große Familie der PFLANZER ist unbegrenzt schreibt Wener Schröder Alle Formen, Größen und Arten sind und waren möglich. Das Pflanzen ist unbetritten etwas "rituales" in der Gartenkultur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rechtes Foto: Kleine Holzharke. Länge 44 cm, Breite 19cm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rechtes Foto: Heuharke Holz 15 Zinken, "Die älteste Form der Heuharke" - so Werner Schröder - "ist noch ganz aus Holz."

 

 

 

 

 

 

rechtes Foto: Rosenschere 50er Jahre 20. Jahrhundert - Metall

Messer oder Vielzweckgeräte wie Scheren sind sehr oft als bewährte und handliche Arbeitsgeräte aus der "Antike" übernommen und mit wenigen konstruktiven Veränderungen im Gartenbau eingesetzt.

 

 

 

 

 

rechtes Foto: moderner und leichter Nylon Laubbesen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

beide Fotos: Rasenschere - 50er / 60er Jahre 20. Jahrhundert - Hersteller: True Temper. Material: Metall, Kunststoff

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rechtes Fotos: Moderne, scharfe Buchsbaumschere / Klingenform: gerade / Schliff: glatt / Schnitttechnik: zwei- schneidig / Griffmaterial: Kunststoff / Griffform: ergonomischer Griff / Besonderheiten: Einhandverschluss, mit Feder

 

 

 

 

linkes Foto: Astsäge klappbar Baum- sägerechtes

 

rechtes Foto: Ein "schwerer" Hacker für die Rüben- und Ackerbearbeitung und zur Bodenbearbeitung.

 

linkes Foto: Blaubeerkamm, Heidelbeer- kamm Beerenkamm, Beerenpflücker.

Das abgebildete Modell kann 1910 Jahr zugeordnet werden. Weitere regionale Namen Beerenrechen, Hoiberkamm, Raffel, Riffel, oder Schwoazbiarkampe - (Schwarzbeeren-kamm). So ein hand- liches Gerät bestand bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts oft ganz aus Holz. Materal: Holz / Eisen

rechtes Foto: moderner Gartenrechen mit Stiel - 36cm, 14 Zinken

 

rechtes Foto: Eigentlich schon immer war das "Unkraut" der "Freind" der Gärtner. Die "Waffenschmiede" erfand nicht nur den Hacker, Rieter, Stoß- und Schürfharcke. Fast jede gärtnerische Pflanzenkultur hatte einen eigenen Hacker, Grubber oder Kultivator.

 

 

Vierländer Gartengeräte - Arbeitskultur und Alltagsbilder - Schlossheft Nr.5 - Museum für Bergedorf und die Vierlande (1999) Autor: Werner Schröder