Trockenmauer vom Gartenbotschafter John Langley®


Fotos: P.S.

Eine spontane Trockenmauer - Das gärtnerische Steingarten Thema ist so umfangreich, dass es für mich fast unmöglich ist, hier den "richtigen", entschiedenen, knappen, Einstieg zu finden. Wer mir einen Stein in den Weg legen möchte, nur zu - ich mag Steine und deren vielfältige Verwendung.

 

Die Besiedelung der "geordneten" Gesteinsflächen könnte völlig der Natur überlassen werden, wenn keine Vorlieben hinsichtlich der Artenvielfalt bestehen sowie genügend Geduld, d.h. Zeit vorhanden ist. Ich bin beispielsweise von der Begrünung der "gestapelten" Steingärten im Hamburger Botanischen Garten Flottbeck immer wieder beeindruckt. Besonders wenn sich in den Trockenmauern das Zimbelkraut, Hauswurzarten, Mauerraute oder die trockenverträglichen Farnarten dort zeigen. Grundsätzlich gilt: Der Standort ist entscheidend für die Auswahl der entsprechenden Pflanzen. Für feuchte Mauern im Schatten kann auf Pflanzen des Waldunterwuchses wie Pfennigkraut, Farne, Seggen und Binsen zurückgegriffen werden. Wer Natur liebt, wird sich über Eidechsen, Kleinsäuger und zahlreiche Insekten, die sich dort einfinden könnten, besonders freuen. Und genau das ist auch das Ziel dieses Projektes.
Die Möglichkeiten, einen Steingarten anzulegen, sind variantenreich. Zum Beispiel der klassische, regelmäßig gebaute Steingarten (Steinbeete). Oder für die Terrassen geeignet, liebevoll bepflanzte Steintröge. Wie wäre es mit einer freistehenden nicht so HOHEN (siehe Fotos) Trocken- oder Stützmauer?
Natur pur - im Steingartenbereich kein Problem. Es können kleinklimatische Verhältnisse auch durch ganz einfache Steinschuttauflagen berücksichtigen werden. Ein sonnenexponierter Standort und damit verbunden gewünschte Aufheizung und gute Durchlässigkeit oder Rinnsale über Felsen ermöglichen spezielle und gestalterisch außergewöhnliche Standortansprüche.

Von der freistehenden Mauer bis zum locker aufgeschichteten Steinhaufen - alles gehört für mich zum Steingarten. Selbst die Materialvielfalt ist unübersehbar. Da gibt's plattenartige Steine (Schiefer, Sandstein, Kalkstein). Oder wie wäre es mit landschaftsbezogenem Material? Für Mauerfüllungen und Dränageschichten eignen sich Bauschutt, Kies, Schotter als grobes Gesteinsmaterial. Auch die technischen Herausforderungen sind groß. Beim Aufschichten kann auf Bindemittel wie Zement und Kalk gut und gerne verzichten werden. Bei höheren "Steinarbeiten" ist aus Sicherheitsgründen allerdings oft ein festes Fundament von 20 - 30 Zentimeter Tiefe z.B. aus Kies nötig. Unebenheiten lassen sich praktikabel mit lehmiger Erde ausgleichen.

Um einer vermutlich weiteren Frage nach geeigneten Stauden des Steingartens schon einmal vorzugreifen, möchte ich beispielsweise Aster alpinus, Alyssum, Arabis, Dianthus plumanus, Campanula, Phlox subulata, Iberis und, und, und .............nennen. Bei Wildstauden sind Dianthus cartusianorum und Dianthus caesius, Dryas, Globularia, Gypsophila repens, Helianthemum, Potentilla verna 'Nana', Silene, Saxifraga sehr beliebt. Sollten beispielsweise Gräser und Farne verpflanzt werden, dann eignen sich Carex, Festuca, Stipa, Ceterach officinarum oder Asplenium. Eine unvollständige Auswahl an Blütenstauden, Gräsern und Farnen speziell für besonders silikathaltige Böden sind Lychnis alpina, Mertensia primubides, Primula hirsuta u. andere, Thalictrum alpinum. Und kalkliebende Blütenstauden, Gräser und Farne: zum Beispiel Dianthus subacaulis, Iris barbate 'Nana', Papaver sendtneri, Primula auricula, Scutellaria, Thymus, Trachelium rumelicum, Sedum, Sempervivum oder Viola cornuta.

 

Interessante flächenbetonende Pflasterbereiche sind eine gestalterische Variante in Symbiose mit der Natur.

 

Bei folgenden Aktivitäten steht beim GARDENING der nicht nur der Umweltgedanke im Vordergrund. Benjeshecke (Vogelschutz),  Bienen & andere Insekten,  Biodiversität (Zusammenhänge verstehen und anwenden),  Bio-Qualität und Bio-Zertifizierung im Auge behalten,  BNE- (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) berücksichtigen,  eine ausgewogene Bodenversorgung sichern,  Fledermausquartiere einrichten,  Insektenhotels schaffen, Kleinstbiotope (wie diese Trockenmauer bauen),  Kompostieren (Gold für den Garten),  Laubhaufen für Igel nutzen,  Lernen durch Beobachtungen und eigene Erfahrungen im Umgang mit der Natur,  Naturverständnis förden,  Nutzpflanzen pflanzen,  Samengewinnung (möglicher Verzicht auf Hybriden), Teiche, Biotope schaffen,  Torffreie Verwendung von Erden weitesgehend vermeiden,  Verzicht (bei geringerer Schadschwelle) auf Insektizide und andere Pflanzen"schutz"mittel, Vogelfutter, Nistkästen und zusätzliche Fütterung anbieten. Wiesen, Bienen- und Insektenweide säen und pflanzen.