Rosiges für Euch - Wie die Zeit vergeht und immer noch TOP aktuell.

aus den Sendungen NDR-Mein Nachmittag


Rosen mit  Christine Dohnau und Gartenbotschafter John Langley® in der Norddeutschen Gartenschau im Arboretum Ellerhoop



Rosen und naturnah? Ist das nicht ein Widerspruch? Rosen sind, das weiß man doch, empfindlich, hochsensibel und schwer zu pflegen. Ständig sind sie krank, werfen ihre Blätter schon im Sommer ab und bei Regen verwandeln sich ihre Blüten in braungraue Mumien. Ihre gefüllten Blüten bieten Insekten keine Nahrung, und Hagebutten für die Vögel tragen sie auch nicht. Experten in der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V. (GRF) räumen bei ihren Beratungen gerne mit solchen Vorurteilen auf. Natürlich benötigt eine ältere Edelrose (auch Teehybride genannt) etwas Pflege, und für Insekten und Vögel hat sie nicht viel zu bieten.

 

Robuste Neuzüchtungen mit Mehrwert -  Dagegen besitzen viele der heute verfügbaren Neuzüchtungen eine ausgeprägte Resistenz gegen Blattkrankheiten wie den gefürchteten Sternrußtau. Wenn sie in der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung (ADR) über Jahre auf Blattgesundheit, Wuchsform und Schönheit der Blüte getestet wurden, erhalten sie bei erfolgreichem Bestehen das ADR-Prädika


Wildrosen als Zierde und Nahrungsquelle - NATUR: Wer für Bienen, Hummeln und die Vogelwelt im Garten etwas tun möchte, dem bieten Wildrosen viele Möglichkeiten. Ihre einfachen, ungefüllten Blüten tragen nur fünf Petalen (Blütenblätter), aber zahlreiche Staubgefäße mit dicken Pollensäcken. Die bekannte Dünenrose (Rosa spinosissima) zeigt als eine der ersten Rosen bereits Anfang Mai ihre großen zartweißen Blüten und zieht später mit ihren fast schwarzen Hagebutten die Blicke auf sich.

Wer es exotisch mag, begeistert sich bestimmt für die aus China stammende „Stacheldrahtrose“ (Rosa omeiensis f. pteracantha) mit ihren großen, leuchtend roten Stacheln. Ihre schneeweißen Blüten besitzen als botanische Besonderheit nur vier Petalen. Eine wichtige Vitaminquelle für unsere Gartenvögel sind Hagebutten. Besonders beliebt bei unseren gefiederten Freunden sind Rosen mit kleinen Früchten. Das sind einige Wildrosen wie z. B. Rosa multiflora und die davon abgeleiteten Moschata-Hybriden, wie die Kletterrose ‘Guirlande d ́amour’, aber auch schöne alte Strauchrosen wie ‘Mozart’.

 

Vielfältige Farbenpracht bei einfachblühenden Rosen - Inzwischen gibt es viele Neuzüchtungen mit einfachen oder halbgefüllten Blütenschalen, oft mit dem ADR-Prädikat. Für pollenliebende Insekten wie Bienen und Hummeln sind hier die „Bienenweide“-Rosen zu nennen. Es gibt sie in Weiß über Rosa bis zu leuchtendem Rot. Bei den Kleinstrauchrosen haben die rote ‘Stadt Rom’, die schneeweiße ‘Escimo’, ‘Sweet Haze’ in Zartrosa und die weiße ‘Apfelblüte’ schon viel Freude gebracht. Auch bei Kletterrosen findet man einfache oder halbgefüllte Blütenformen, etwa bei der orangeroten ‘Bajazzo’ oder der blauvioletten Rose ‘Perennial Blue’.

 

VORTEIL ROSEN FÜR DEN NATURNAHEN GARTEN: Es ist also leicht, mit Rosen den naturnahen Garten dauerhaft und erfolgreich zu schmücken. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die neuen Rosensorten oft wieder den wunderbaren Duft der historischen Rosen verbreiten.  Text: Prof. Hans-Peter Mühlbach - Präsident der GRF e.V.


Rosen für den naturnahen Garten.


Haben Rosen und Dornen oder Stacheln?


Sofort fällt einen der Name "Dornröschen" ein. Stacheln sitzen außen an der Pflanze und lassen sich auch recht einfach abbrechen, wie beispielsweise bei Rosen der Fall ist. Und Dornen? Sie wachsen aus dem Inneren der Pflanze heraus, sie sind dadurch wesentlich fester mit der Pflanze verbunden und nicht so einfach zu entfernen. Deshalb heißt es ab heute "Stachelröschen".