NDR-Mein Nachmittag Wie die Zeit vergeht und immer noch TOP aktuell.

Blühende und immergrüne interessante "Rhodos" mit Christine Dohnau, Holger Hachmann und Gartenbotschafter John Langley®


Wann, wo, wie und warum schneiden?


Eigentlich braucht man die Schere nicht in die Hand zu nehmen. Warum? Rhododendron benötigen keinen Rückschnitt. Eine qualitativ gut verzweigte und gesunde Pflanze aus der Baumschule (beispielsweise von Holger Hachmann in Barmstedt) benötigt keinen Rückschnitt.  Der Grund dafür ist schnell erklärt....... viele Rhododendron bauen ihren Habitus (Gesamtform der Alpenrose) im Laufe der Jahre meistens von selbst anschaulich auf. Deshalb ist kein korrigierender Schnitt notwendig. Wer aber trotzdem den Aufbau besonders kleiner Pflanzen verbessern möchte, der erreicht mit dem Ausbrechen von Knospen gute Ergebnisse.

Dabei werden Anfang April die spitzen Terminal- oder Endknospen herausgebrochen, um das Austreiben nachfolgender Triebknospen zu fördern. Die dicken runden Blütenknospen sollten sie dabei möglichst schonen, damit die Pflanzen im Frühjahr zur Blüte kommen können. Und Holger Hachmann hat gleich noch einen Tipp aus der Praxis.

Die Blütenstände sollten nach dem Abblühen umgehend entfernt werden. Auf diese Weise lässt sich mit ein paar Handgriffen in einigen Jahren einen buschigen Rhododendron "erziehen".  Was aber, wenn einem diese langlebige Pracht quasi über den Kopf wächst, oder kein Sonnenlicht mehr ins Haus lässt?

Hilft dann ein "radikale" Rückschnitt? Solche massiven Einschnitt "vertragen" am besten die sehr winterharten und robusten großblumigen Hybriden wie Catawbiense, Grandiflorum, C. Boursault, Cunningsham's White und Roseum Elegans.


Und warum ist das so? "Diese sind wurzelecht, d.h. durch Stecklinge vermehrt worden Im Gegensatz zu den stecklingsvermehrten Sorten vertragen die veredelten Rhododendron einen Rückschnitt meistens schlechter." so Holger Hachmann und zeigt mit dem Finger nach unten.  Bei diesen Pflanzen hier kann die eingesetzte Veredelungsunterlage zum Austrieb kommen und dann die Edelsorte überwachsen. Auch hier gäbe es eine einschneidende Lösung...... in diesen Fällen müssen die Triebe der Unterlage vollständig entfernt werden.


Und wann ist der beste Zeitpunkt für einen starken Rückschnitt? Je nach Wetterlage im März/April, die Zeit nach den starken Frösten. Man kann die Triebe auf beliebige Länge zurückschneiden, bei einem Radikalschnitt jedoch bis höchstens 40-50 cm über dem Boden.


Die Pflanzen vertragen einen Rückschnitt am besten, wenn sie wüchsig und gesund sind. Bei alten und ungepflegten Rhododendron kann es zu Ausfällen kommen. Selbstverständlich sollte auf eine gute Wasserversorgung geachtet werden.

Noch ein TIPP: Unter den Rhododendronbüschen sollte niemals umgegraben werden, da sich die Feinwurzeln nach oben in die Mulchschicht entwickeln. Mulchauflagen bestehen z.B. aus gut verrottetem Kuhdung, Laubkompost, Rindenhumus oder (aus ökologischer Verantwortung immer weniger oder bewusster) Torf. Damit wird für eine ausgeglichene Wasserhaltekraft gesorgt und darüber hinaus sichert eine langsam fließende Nährstoffquelle die gute und erforderliche Ernährung der Rhododendren.

 


Keine Frage des Standortes


Viele würden gern "Rhodos" pflanzen, ohne gleich ein "Moorbeet" anlegen zu wollen. Da gibt es natürlich auch Möglichkeiten......  "kalktolerante Rhododendron-Sorten". Jede gut sortierte Baumschule hat diese Generation im Sortiment. Diese Pflanzen vertragen auch Kalk. Im Laufe von fast 20 Jahren haben norddeutsche Baumschulen eine kalktolerante Rhododendrenunterlage gezüchtet, auf die man jede Rhododendrensorte veredeln, also aufpropfen kann. Ob rot, weiß oder lila, die handtellergroßen Blüten, die "neuen" meterhohen Sorten leuchten schon von weitem. Farbe zeigen müssen die "Rhodos" auch, wenn es ums Überleben geht.


Der Vorteil: Diese Rhododendren kommen auch mit weniger saurem Boden klar. Sie besitzen ein besonders kräftiges Wurzelwerk, und um groß und stark zu werden brauchen sie keinen Torf. Die kalktoleranten Rhododendren sind genauso schön wie die säureliebende Botanik. Und für den Fall, dass der Kalkgehalt besonders hoch ist, gibt es Spezialerden. Eine genaue Bodenprobe gibt Aufschluss über den genauen Kalkgehalt. Auch für kalktolerante Rhododendren soll der Wert nie über pH 6,5 liegen. Wer an INKARHO-Rhododendron interessiert ist findet auch in Barmstedt eine blühende Auswahl.

 

Baumschule Holger Hachmann

Brunnenstraße 68, D-25355 Barmstedt
Tel.: 0049+(0)4123-2055
Fax: 0049+(0)4123-6626

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