Vertikutier-Tipps vom Gartenbotschafter John Langley®


Foto: Ulrike Schacht, Rasenpflege
Foto: Ulrike Schacht, Rasenpflege

Husum, 11.03.2017

 

Moin liebe(r) NDR Talk-Show Zuschaue/in, moin liebe(r) Rasenfreundin, was für ein großes unerwartetes Interesse an dem Thema VERTIKUTIEREN.

 

Gern hätte ich bereits in der Sendung am 10.03.2017 diese wichtige Frage inhaltlicher beantwortet. Zum Glück gibt es jetzt eine Möglichkeit, Ihnen hier eine „etwas“ längere Antwort zu geben. Gartenbotschafter John Langley®

Foto: Andreas Bireesborn - Als LandGang Gärtner ist John Langley (Gartenbotschafter) in den "Moos und Rasen" Gärten von SH zuhause
Foto: Andreas Bireesborn - Als LandGang Gärtner ist John Langley (Gartenbotschafter) in den "Moos und Rasen" Gärten von SH zuhause

Empfohlene Vertikutierzeiten: Ende April - Mai oder Sept. - Okt.

Vertikutieren sollte Erfahrungsgemäß am besten erst nach dem 1+2 Schnitt Rasenschnitt im Frühjahr „abgearbeitet“ werden. Dafür muss der zu bearbeitende Rasenboden am besten nur leicht feucht sein – aber bitte nicht nass oder richtig trocken - nur dann können die Messer der Maschine gründlich arbeiten.

Bei der Höheneinstellung des Vertikutierers ist darauf zu achten, dass die Messer wirklich nur leicht den Boden berühren, ihn aber nicht (wie oft leider zu sehen) aufschlitzen. Auch einer RICHTIGEN EINSTELLUNG (Maschine und Naturbewusstsein) werden unweigerlich auch intakte Pflanzen beschädigt oder zerstört. Deshalb sollten während des Vertikutierens ideale Witterungsbedingungen und trockenes Wetter bei 7-10 Grad vorhanden sein.

 

Dadurch ist sichergestellt, dass der gestresste Rasen die Chance hat, die kahlen Stellen durch gezielte Aussaat möglichst schnell wieder zu schließen.

 

Was passiert beim Vertikutieren? - Durch das vertikale Schneiden in die Rasennarbe, soll – wie bereits geschrieben - nur der Boden leicht angeritzt werden. Dabei wird der Filz an der Bodenoberfläche durchschnitten und mechanisch ausgeräumt. Diese hand- oder (besser) maschinelle Arbeit wirkt sich fast nebenbei - für eine bessere Sauerstoff- und Wasserversorgung der oberen Vegetationsschicht eines Rasens aus. Nach der „Behandlung“ sollte die geöffnete Rasenoberfläche danach ordentlich mit Sand abgedeckt werden.

Warum? Dadurch wird es weniger ungeliebtes bei Licht keimendes "Wildkraut" im Rasen geben.

Was bewirkt der richtige gewaschene Sand? - Wenn Sand verwendet wird, soll dieser „gewaschen“ sein, weil sonst die im Sand vorhandenen Lehmanteile (beispielsweise in der Sandkiste zu finden) alles noch viel schlimmer machen. Den geeigneten Sand, ruhig 2-3 cm aufbringen, anschließend mit einem Handgerät oder mechanischen Gerät wieder einharken und wenn möglich ordentlich wässern.

VORSICHT: Das Wasser sollte NICHT den Sand zusammenschlemmen! Keine Angst, wenn man anschließend kaum noch GRÜN sieht, in ein paar Tagen ist der Sand in der Oberschicht verschwunden und diese etwas luftiger geworden. Der eigentliche Regenerationsvorgang sollte dann im Frühsommer erfolgen - wenn die Gräser im vollen Saft und Wachstum stehen. Ende Mai - Juni.

 

Kurz und bündig – oder lang und lässig? -  Wer die Rasenfläche ständig zu kurz, zu lang oder zu unregelmäßig mäht, verändert dadurch die angestrebte Wuchsleistung seines Gartenrasens. Wodurch? Es kann passieren, dass entweder die starkwachsenden Grasarten dominieren, oder die kurzen, niedrig bleibenden auf der „grünen Fläche“ überhandnehmen. Dann zeigen sich auch Klee und andere-rosettenbildende unerwünschte Spontankräuter und stören den „grünen“ Gesamteindruck.

 

ALLES wäre so problemlos! - Nahezu alle Rasenprobleme lassen sich durch die Auswahl des RICHTIGEN Saatguts für den vorhandenen Boden, entsprechender Lage und möglicher Anforderung an den Rasen wesentlich reduzieren. Dazu kommt regelmäßiges Mähen, exaktes Düngen, nicht übertriebenes Wässern und richtiges Vertikutieren. Dann bleibt alles GRÜN!

TIPP: Falls dennoch Moos und „UN“kräuter den Rasengräsern das Leben schwer machen, sollten zunächst die Ursachen dafür herausgefunden werden.

 

Ohne Moos nix los? - Moos ist eine ideale Zeigerpflanze für Nährstoffmangel im Boden, besonders bei Stickstoffmangel wächst das flauschige GRÜN prächtig.

FAKT: Moos etwa kommt u.a. bei zu tiefem Mähen oder bei Nährstoffmangel der Gräser vor. TIPP: Beiden Ursachen lassen sich durch Anheben der Schnitthöhe und optimale Düngung sehr leicht abstellen.

FAKT: Liegt die unerwünschte Moosbildung am ungeeigneten Boden oder zu schattigen Lagen.

TIPP: Muss man mit viel Geduld für einen langfristigen anhaltenden Prozess der Moosreduktion mit gezielter Düngung, Bodenverbesserung und der Nachsaat einer schattenverträglichen Rasenmischung reagieren.

FAKT + TIPP: Staunasse Böden lassen sich nur durch Drainage nachhaltig verbessern. „Unkraut“ tritt besonders auf lückenhaften und zu wenig oder mit ungeeigneten Düngern gedüngten Rasenflächen auf.

 

Kalk beseitigt das Moos nicht! - Oft wird unter einer vermoosten Fläche ein niedriger pH-Wert (siehe Tabelle) gemessen. Dieser niedrige pH-Wert im Boden ist aber nicht immer die Folge von Moos, sondern er entsteht durch ungünstige Bodenverhältnisse, z.B. Staunässe, Luftabschluss etc.

 

Moos liebt sauren Boden. - Was bedeutet das? Der Säuregrad des Bodens wird über den ph-Wert gemessen. Ist der Boden zu sauer, liegt der ph-Wert bei 5 – 5,5. Optimal für den Rasen ist ein ph-Wert von circa 6,5 – 6,8. Um evtl. den ph-Wert zu verändern, sollte der Rasen am besten im Frühjahr gekalkt werden. Allerdings sollte vorher der richtige ph-Wert zuverlässig ermittelt werden.

Warum? Rasenkalk hilft nur bei wirklich saurem Boden. Sonst ist Kalk vermutlich nur Geldverschwendung.

 

Nicht immer hilft KALK gegen Moos. - Im Gegenteil, Kalk fördert sogar noch die Moosbildung, da er ein wichtiger Nährstoff für das Moos ist. Dazu kommt noch, dass „unsere“ heimischen Böden in der Regel zu sauer sind, also einen zu niedrigen pH-Wert aufweisen. Um Moos im Rasen einen Strich durch die Rechnung zu machen sollte man den Wert konstant zwischen 5 – 7 ph-Wert halten.

TIPP: 10 g Kalk je Liter Erde erhöhen den pH-Wert allmählich um einen Punkt. Um den Idealwert zu erhalten, muss alle zwei Jahre (Algen)-Kalk gestreut werden. Richtwerte sind: 250 g/qm für schweren Boden, 200 g/qm für mittleren Boden, 150 g/qm für leichten Boden.

 

pH Wert Beurteilung Kalkbedarf

 

< 4,5 stark sauer sehr stark

 4,6 -5,5 sauer stark

 5,6 - 6,5 schwach sauer gering

 6,6 - 7,2 neutral Erhaltungskalkung

 > 7,2 alkalisch keiner

 

Möglichkeit für eine fachgerechte Bodenuntersuchung

LUFA NRW - Auftragsannahme / Beratung

Nevinghoff 40, 48147 Münster - Telefon: 0251 2376-595 - Telefax: 0251 2376-702

http://www.lk-wl.de/lufa/analysen/boden/haus-_und_kleingarten.htm

 

Gartenbotschafter John Langley®

 

Weitere Infos: http://www.rasengesellschaft.de/content/rasenbasis/rasentypen_hr_pflege.php

LandGang: https://www.landgang.sh/service/kolumne/kolumne-langley/langleys-bluehende-fantasien-folge-13-ran-an-den-rasen.html

LandGang: https://www.gartenbotschafter.de/landgang/

 

Quelle: © 2017 Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG) Telefon 0228-81002 35