NDR-Mein Nachmittag

Sven Tietzer und Gartenbotschafter John Langley® - Schwertlilien im Garten




Iris – die Renaissance der Schwertlilie


Die „Göttin des Regenbogens“ blüht. Wie Juwelen schillert sie in allen denkbaren Farbkombinationen . Die Attraktivität ihrer Blüte, die enorme Farbenvielfalt, Robustheit, Langlebigkeit und nicht zuletzt ihre Pflegeleichtigkeit macht sie zu einer beliebten Gartenpflanze. Fernsehgärtner John Langley stellt eine Auswahl prächtiger Iris-Sorten vor und zeigt wo sich die Schwertliliengewächse wohlfühlen.


Blühende Göttin des Regenbogens


Wenn das Wetter warm und trocken ist, dann blüht die im wahrsten Sinne des Wortes so richtig auf. Dann zeigt sich die Siegesblume der Pharaonen, die Wappenblume der Franzosen, die weibliche Seele der Unterwelt in fast allen Farben und Formen.

Nicht nur auf der Norddeutschen Gartenschau in Ellerhoop, auch als Kloster-, Burg- oder Bauerngartenpflanze hat sie sich mit ihren kunstvoll gefältelten Blüten einen Namen gemacht.


Die Iris aus der Pflanzenfamilie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) ist unbestritten blühende historische Gartenkultur. Wer sich die schwertartigen, graugrün gefärbten Blätter ansieht, wird verstehen, dass sie den Namen Schwertlilie zu Recht trägt. Und noch etwas ist für mich beeindruckend: Die Iris ist so unkompliziert pflegeleicht, wenn sie einen halbwegs artgerechten Standort .

 

Bekommt sie volle Sonne, keine Staunässe und ein lehmigen, sandigen und humosen Boden, dann zeigt sich die Iris von ihrer schönsten Seite.


Sie braucht kaum Dünger und sollte (wenn möglich) jedes vierte bis fünfte Jahr geteilt werden. Iris blühen selbst - wie selber festgestellt - bei geringster Pflege verlässlich und das Jahr für Jahr ohne Probleme....... wenn da nicht der Vandalismus der gefrässigen Schnecken wäre.


Und wer immer noch glaubt, dass diese Naturschleimer reine Fäulnisfresser sind, wird verblüfft sein, dass durch ihre unermüdliche Raspeltechnik filigrane Muster in die Blätter gestanzt werden.

 

Die Göttin des Regenbogens überlebt dies und unser Auge wird nicht nur durch zarte lichtblaue bis hin zu dunklen fast schwarz wirkende Violettöne oder bronzefarbene, gelbe und weiße Blüten in allen nur denkbaren Schattierungen entschädigt. Nur wer Rot unter den über fast 300 verschiedenen Arten und unzählig vielen Spezies erwartet, sucht vergebens.

 

"Alte" Schwertlilien benötigen dringend eine Verjüngungskur. Dies geschieht in der Regel durch Teilung im Herbst. Dazu gräbt man die Pflanzen entweder ganz aus und zerteilt anschließend den Wurzelballen mit einem scharfen Spaten. Oder man durchschneidet die Pflanzen auf gleiche Art, ohne sie vollständig aus der Erde zu nehmen. Es ist jedoch darauf zu achten, dass beim Entfernen der abgestochenen Pflanzenteile die Mutterpflanze (alte Pflanze) genügend Wurzeln zum Weiterleben behält.


Und dann?


Die abgeteilte Iris wird an einem anderen Standort ausgepflanzt. Teilung ist für die meisten Rhizom-Iris-Arten die gängigste Vermehrungsmethode. Da die Luftwurzeln gern ein wenig aus dem Boden ragen (das ist von der Natur so gewollt), sollte im August darauf geachtet werden, dass die Rhizome, d.h. die Wurzelknollen, nicht zu tief in die Erde kommen.


Vergrabene Schwertlilien werden unweigerlich verfaulen. Das Wurzelwerk sollte nur mit wenig Erde (1 cm) bedeckt werden. Bereits im folgenden Jahr wird es zur Belohnung neue Blüten geben. Auch diese Blütenblätter sind mit einem feinen Tigermuster gezeichnet. Was dem menschlichen Auge schlicht "nur" als reizvoll erscheint, hat für Insekten, die die Iris bestäuben, eine ganz andere Bestimmung. Das Insektenauge versteht das Muster als sichtbaren Wegweiser "nur" hier den Nektar zu holen. Dabei wird die Iris bestäubt. Dieser unverwechselbare Vorgang ist als Sinnesökologie bekannt.


Die Vermehrung



Die Wurzeln