Mein Nachmittag


Kletterkünstlerin Clematis mit Sven Tietzer und Gartenbotschafter John Langley®


Copyright / Fotos: Hilia Marija Höpker


Geschichte der Clematis


Clematis-Geschichte - Der Name Clematis stammt vom griechischen Wort Klema ab und bedeutet "biegsame Ranke". Bei uns heißt die Clematis Waldrebe, da sich die heimische Art Clematis vitalba vorwiegend an Waldrändern und in Gebüschen rankt.


Mein persönlicher Tipp:


Als Einsteigerpflanzen grundsätzlich Wildarten bevorzugen. Diese sind durchweg etwas robuster.


7 Grundregeln


1. Regel: Halbschatten ist der optimale Standort aller Sorten.

2. Regel:  Ständig Trockenheit ist  - wenn möglich - zu vermeiden.

3. Regel: Eine bewußte Wasser- und Nähstoffversorgung - besonders in den beiden ersten Jahren - sorgt für eine gesunde, kräftige und robostere Pflanze.

4. Regel:  Wer beim setzen der Clematis beispielsweise ins Beet gut einen handbreiten Abstand vom Klettergerü­ste zur Hauswand einhält, sorgt für ein besserers und sicheres Wachstum dieser Kletterpflanze.

5. Regel:  Jegliche Beschädigung der Triebe z.B. durch Knicken oder scheuern sind unbedingt zu Vermeiden um der Triebwelke entgegen zu wirken.

6. Regel:  Clematiswurzeln so tief pflanzen, dass die ersten "Augenpaare" Vegetationspunkte mit in den Boden oder Substrat kommen. (Weitere Infos unten)

7. Regel:  Eine Clematis ist erst ab dem 3. Jahr erwachsen. Was bedeutet das????? Sie wird erst jetzt ihre volle Blühleistung entwickeln.

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Schnitt hält fit


Clematis lassen sich ganz allgemein unterscheiden in 2 große Gruppen unterscheiden:


Da sind die mehr kleinblumigen botanischen Wildarten. Sie erreichen immerhin Höhen bis zu 10m. Die kleineren Blüten erscheinen in großer Zahl. Sehr zierend sind im

Herbst die dekorativ behaarten - silbrigen Fruchtstände Aber - auch hier beginnen die frühesten schon im Mai - zu blühen (Cl. alpina), die späteste (Cl. paniculata) beginnt im September zu blühen.


Die großblumigen - meist französischen oder englischen Ursprungs (auch Namen). Diese  sind allemal gezüchtete Hybriden!

Werden so um 4 Meter hoch. Dazu gehören  Jackmannii-Hybriden,  Lanuginosa-Hybriden,  Patens-Hybriden und beispielsweise  Viticella-Hybriden. Diese müssen zurückgeschnitten werden!


Unter den Wild- und Waldreben gibt es die Clematis viticella, die

italienische Waldrebe - bis 6 m hoch, Blüte groß, purpurrosa, Juni-September. Und dann Clematis heracleifolia mit ihren Formen, die werden nur 2m hoch und fast

wie Stauden behandelt - d.h. jedes Jahr runtergeschnitten. 


Schnitt


Clematis werden regelmäßig geschnitten, zum ersten Mal direkt nach dem Pflanzen oder Ende November, wenn sie im Herbst gepflanzt wurden. Dann schneidet man die Clematis auf 25 Zentimeter zurück. Alle anderen Schnitte werden danach bestimmt, wann die Pflanzen blühen.


Frühjahrsblüher werden nicht geschnitten.

TIPP: Nur nach der Blüte die abgestorbenen oder schwachen Triebe entfernen.


Frühsommerblühern werden die Spitzen der übrigen Triebe zehn bis 20 Zentimeter bis zur nächsten Blattachselknospe zurück geschnitten.


Sommerblüher werden im Herbst auf etwa 20 Zentimeter zurückgeschnitten.


Im nächsten Jahr blüht die Pflanze dann in Augenhöhe. Man kann auch nur einen Teil der Triebe stark zurückschneiden und andere Teile länger lassen, dann verteilen sich die neuen Blüten über die ganze Länge der Pflanze.


Augenmass beachten


Waldreben werden so tief gepflanzt, dass sie mindestens mit ein bis zwei Augenpaare in die Erde kommen, das sind ca. 7 - 10 cm. Was ist der Grund dafür? Ganz einfach - einige "geschützte" Augen - dienen als Reserve im Boden. Sollte die Clematispflanze oberhalb des Bodens beschädigt werden oder gar die gefürchtete Clematiswelke Schaden anrichtet könnte die Pflanze später noch einmal austreiben. Tipp: Staunässe im Wurzelbereich der Waldrebe unbedingt vermeiden.