NDR-Mein Nachmittag - Wie die Zeit vergeht und immer noch TOP aktuell.


Chris Braun und Gartenbotschafter John Langley® - Hydrangea / Hortensien


Hortensien



Hortensien haltbar gemacht


Ein Gang durch die Gartenschau



Hortensienschnitt hält fit


Wann sollten - wenn überhaupt - Hortensienblüten abgeschnitten werden?


Bei den blühfreudigen Sorten der sogenannten Garten- oder Japan-Hortensie (Hydrangea macrophylla) sollte man eher zurückhaltend mit der Schere zu sein. Diese Hortensien gedeihen am besten ohne korrigierende Eingriffe.


Schnittmaßnahmen sind lediglich bei Frostschäden erforderlich. Dabei werden alle starken Triebe bis auf wenige Augen zurückgeschnitten oder schwaches und altes (graues) Holz kurzerhand entfernt.

 

Bei endständigen Knospen wird - wie angeraten - nicht geschnitten. Nur abgeblühte, seitlich sitzende Blütenstände können abgenommen werden. Sitzt der alte Blütenstand am Ende eines Triebes, so sollte vor dem ersten, gesunden Knospenpaar geschnitten werden. Oft werden die schönsten einjährigen Blütentriebe für die eigene Vase geschnitten. Das kann zur Vergreisung der Pflanze führen. Auch wenn es schwer fällt: vertrocknete Blüten"bälle" am besten immer bis zum Frühjahr stehen lassen.

 

Ein scharfer Hortensien-Rückschnitt bis auf 15 - 30 cm im März/April kann und wird den Blütenbesatz im gleichen Jahr wesentlich steigen kann.


TIPP: Ältere Rispenhortensienzweige können zur Förderung des Blütenansatzes jährlich um zwei Drittel eingekürzt werden. Sie bildet dann an den neuen Trieben weniger, aber größere Blütenrispen aus. Bleibt die Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata 'Grandiflora') ungeschnitten, fällt der Busch nach ein paar Jahren "total" auseinander und sollte spätestens dann durch Rückschnitt verjüngt werden.


Auch die Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens 'Grandiflora') lässt sich wie eine Staude oder ein Halbstrauch behandeln, d.h. alljährlich im zeitigen Frühjahr fast bis zum Boden herunterschneiden. Auch das hat üppigen Blütenbesatz mit großen Blütenbällen zur Folge. Ansonsten ist eine abgeschnittene Hortensiendolde - wer es mag - ein schöner Blumenschmuck in der Vase.


Hortensien "blau" machen


Wer träumt nicht bei dem Anblick einer Bauernhortensien mit den dicken weiß-, rosa-, rot- und blaublühende Blütenbällen von vergangenen Tagen. Der Klassiker kam vor 200 Jahren von China und Japan nach Europa. Hortense Barré, die Geliebte des französischen Botanikers Philbert Commerson, gab den Hydrangeen im 18. Jahrhundert ihren volkstümlichen Namen.

 

Über 200 Hortensiensorten gibt es, doch nur 50 von ihnen werden als "Mini-" bis "Kübelpflanze" angeboten. Sie alle schätzen im Sommer einen geschützten Ort im Freien. Ob drinnen wie draußen: Einen hellen Standort ohne intensives, direktes Sonnenlicht und viel (kalkfreies) Wasser - so mag es die Hortensie. Wenn trotz regelmäßigem Gießen die Blütenknospen und Blätter "vertrocknen", wurde mit zu hartem Wasser gegossen.

 

Um der Hortensie genügend Zeit für die Bildung der Blütenknospen für das kommende Jahres zu geben, sollte sie direkt nach der Blüte die Topfpflanze auf der Fensterbank stark zurückgeschnitten werden. Ab Ende August weniger gießen und nicht mehr düngen. Hortensien müssen, wie alle laub-abwerfenden Gehölze, "hungrig" in die Winterruhe gehen.

 

Da die Blütenknospen der Hydrangeen sehr frostempfindlich sind, macht es Sinn, sie möglichst nicht im Freien zu überwintern. Besser wäre (für mindestens 42 Tage) eine dunkle, frostfreie Garage oder ein kühler Keller. Nur warm darf es nicht sein. Hortensien brauchen, wenn sie noch einmal blühen sollen, einen frostfeien zwei bis drei Grad "warmen" Kältereiz. Erst wenn es draußen heller wird, können die drei bis fünf triebigen Pflanzen heller stehen, um auszutreiben.

 

Der Blaue-Blüten-Reiz

 

Die Natur kennt keine blaublütigen Hortensien. Doch es gibt einen kleinen Trick, um sie "blau" zu machen. Rosafarbene oder rote Sorten werden mit Aluminiumsulfat-Lösung gegossen - das färbt die Blüten blau. Eine Blütensaison lang kann man sich an dieser Farbenpracht erfreuen. Im Laufe der folgenden Jahre zeigen die Hortensien dann nach und nach wieder ihr wahres Gesicht. Um das Königsblau länger leuchten zu lassen, sollte man seine Hortensien in ein saures Substrat (pH-Wert 4 bis 4,5) topfen, oder einen gärtnerischen Geheimtrick anwenden. Einen gefüllten Teelöffel Aluminiumsulfat oder Kalialaun (erhältlich in Apotheken) in einem Liter auflösen und während der Austreibphase drei- bis viermal gießen.


Kletterhortensie


Die Kletterhortensie (botanisch Hydrangea anomala) hangelt sich mit Hilfe von Luftwurzeln an Baumstämmen oder Mauern selbst hoch. Sie klettert auch an glatten Wänden (also kein Rankgerüst nötig, bitte Hauswand prüfen, ob diese unbeschädigt ist) bis zu 20 Meter hoch. Eine kräftige Kletterhortensie kann sogar als Stütze für andere Pflanzen (Clematis oder Kletterrosen - dann bitte keine Nordseite wählen) dienen. Die jungen Triebe sind kahl oder behaart, die älteren besitzen eine sich abrollende Rinde. Ihre Blütezeit beginnt im Juni.

Kletterhortensien wachsen eigentlich an allen Standorten - die Pflanze zählt zu den problemlosen Kletterern. Sie ist ideal, um eine Nordwand zu verschönen. Der Wurzelballen sollte nicht unmittelbar an eine Mauer oder einen Baumstamm gepflanzt werden. Und bitte in den ersten Jahren gut feucht halten - also regelmäßig gießen. Der Rückschnitt abgeblühter Blütenstände kann jederzeit erfolgen.

Übrigens: An Westseiten eines Gebäudes blüht die Kletterhortensie einige Tage später als an Südseiten. Dieses Phänomen tritt auch auf zwischen West und Ost und Ost und Nord.

Eine weitere "Kletterin" ist Hydrangea seemanii. Da sie frostempfindlich ist, muß sie an einen Platz gepflanzt werden, der zumindest vor Nord- und Ostwinden geschützt ist. Nur der Teil der Pflanze, der ausreichend Sonne erhält, wird Blüten ansetzen. Wenn sie also von einer Nord- oder Westseite um die Ecke wächst, sollte sie nicht geschnitten werden.


 Trocknen leicht gemacht


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