Giersch (Aegopodium podagraria) und Gartenbotschafter John Langley®allein im Beet



Giersch im Garten? Was tun?

 

Eine immer wieder gestellte Frage, die natürlich auch immer wieder nach einer schnellen Lösung sucht. Ich möchte hier allen Gierschfreunden nicht den Mut nehmen. Fakt ist: Es wird keine schnelle Patentlösung geben, das "Un"- oder besser Wildkraut Giersch zu für immer zu beseitigen. "Nur wer sein Grundstück spontan verkauft", hat möglicherweise ein Sorge weniger.

Ich habe mir mal die "ARBEIT" gemacht ein total "vergierschtes" Staudenbeet gänzlich jegliche "Schmuckbotanik" auszupflanzen. Danach wurde der verkrautete Oberboden tagelang durch ein Sieb gebracht, um auch die tief kriechenden, weißen (minidünnen), unterirdischen Ausläufer (Rhizome) zu entdecken und zu beseitigen. Bei WIKIPEDIA entdeckte ich (leider erst nach meiner Sisyphusarbeit ) von Susanne Wiborg folgende Einschätzung verfassst in der Zeit: „Im Kampf gegen den Giersch zeigt sich die Vergeblichkeit des menschlichen Tuns.“  STIMMT!!!!! Wer kennt das nicht, selbst wenn Blatt und Sproß und Teile der Wurzeln "ordentlich" gehackt werden, regeneriert sich diese Botanik unerwartet schnell. Auf größeren Flächen könnte man zunächst alles abmähen und dann ist vermutlich WIEDER und immer WIEDER viel manuelle Arbeit angesagt.

Eine der besten Methoden für mich zur "dauerhaften" Beseitigung von mehrjährigem "Un"kraut ist nach wie vor Handarbeit. "Etwas" ausdauernde Arbeit mit der Grabegabel (manchmal auch mit dem Spaten) zur rechten Zeit erspart viel Ärger - vorausgesetzt man lässt keine Wurzelreste im bearbeiteten Boden. Es genügt also nicht, die Pflanzen nur auszustechen, man muss diese mit allen Wurzeln komplett aus dem gesamten Garten entfernen. Was mir um hier ganz ehrlich zu sein, auch nicht 100%ig gelungen ist. Kleiner Nacharbeiten sind immer wieder erforderlich. Ein Bodenaustausch mit gedämpften Kompost hätte möglicherweise ein besseres Ergebnis erzielt.

 

Ein wenig "grüne" Theorie für die Praxis.

 

TIIP 1: Dauerwildkräuter, die sich durch Rhizome in der Erde ausbreiten - dazu gehören vor allem Giersch, Quecke, Wind- und Kriechender Hahnenfuß.  Ausgraben oder abschneiden "reduziert"  nur das Wachstum. NICHT VERGESSEN: Jede Teilung mit dem Spaten oder der Grabegabel bedeutet eine weitere Pflanze.

 

Wo genügend Platz und Fläche ist, dort hilft beispielsweise eine dickere Mulchschicht, dadurch wird verhindert, dass die oberirdischen Teile wachsen und über ihre Blätter die Wurzeln ernähren können. Die Mulchschicht darf kein Wasser und Sonnenlicht durchlassen. Bewährt haben sich bei großflächigen Bereichen eine schwarze Mulchfolie. Mindestens zwei Jahre sollte die "Mulchschicht" liegen und alles am Rand wachsendes gründlichst ausgegraben werden. Probiere ich gerade aus und werde darüber berichten.

 

Mit der "böser" Chemie ist das auch nicht so einfach. Es gibt im Fachhandel verschiedene Herbizide (Unkrautvernichtungsmittel), die jeglichen Bewuchs beseitigen oder einschränken sollen. Bevor sich man sich für ein "herbes" Herbizid mit Dauerwirkung entscheidet gilt: Für alle Pflanzenschutz-Vorschläge gilt, unbedingt die Gebrauchsanweisung der Präparate bei der Anwendung und die Gesetzgebervorschriften des Bundeslandes genauestens zu beachten! Über die """Gefährlichkeit von Glyphosat""", einem Hauptbestandteil der meisten Pflanzenschutzmittel, tobt unter Wissenschaftlern, Politikern und Umweltschützern aktuell ein gewaltiger Streit. Verständlich, dass ich als Gartenbotschafter auf jegliche Verwendung von Herbizide und Co. nachhaltig verzichte. Daher fällt es mir an dieser Stelle schwer, einen konkreten "giftigen" Vorschlag zu machen.

 

TIPP 2: Herkömmliche, für Haus- und Kleingärten zugelassene Herbizide (Herbizide - lateinisch herba ‚Kraut', ‚Gras' und lat. caedere ‚töten') sind gegen Giersch weitgehend wirkungslos, da sie nicht das gesamte Wurzelwerk vernichten.

 

TIPP 3:  Gesetzte Kartoffeln können den Giersch im Beet überzeugend unterdrücken. Warum? Kartoffeln überholen beim wachsen den Giersch und nehmen ihm dadurch lebensnotwendiges Licht und Nährstoffe. Selbst mit Kartoffelwasser benetzter oder eingesprühter Giersch zeigt deutliche Stresserscheinungen.

 

Tipp 3: Die Pflanze - sobald sie sichtbar wird - ständig mechanisch stören, Sprosse und Blätter immer wieder abschneiden.

 

Frage: Was für einen Boden hat der Garten?

Antwort: Auf überdüngten oder stickstoffhaltigen Böden wachsen gern Giersch, Quecke, Bingelkraut, Vogelmiere (31 Arten), Brennnessel und Bärenklau.

Weitere Tipp:  Weniger düngen und darauf achten, dass Oberflächenwasser (Rasendüngung) oder Regenwasser (Dach-Stickoxide) zu vermeiden.

 

Gruß Gartenbotschafter John

 


So sah das Beet Herbst 2015 und Juni 2016 aus