Wie die Zeit vergeht und immer noch TOP aktuell.


NDR-Mein Nachmittag: Frühblüher: Wann darf gepflanzt werden?

Mit Christine Dohnau und Gartenbotschafter John Langley® aus dem Blumenhof Pein


Copyright / Fotos: Hilia Marija Höpker


Da blüht dir was


Wer freut sich nicht nach einem langen, grauen Winter auf die ersten Sonnen-strahlen, die den noch teilweise gefro- renen Boden langsam erwärmt. Hier und da zeigt sich dann der erste Früh- ling. Winterlinge, Schneeglöckchen oder Krokusse. Wer so lange nicht warten möchte, greift beim Gärtner oder Gärtnerin auf eine bunte Kollektion edler, hochwertiger Frühlingsblüher zurück, die über Wochen und sogar Monate hinweg den Vorfrühling ver- schönern.


Nur eine kleine Auswahl


Iberis 'Candy Ice' und 'Snow Crone' - Sehr gut verzweigt mit geringer Neigung zur Vorblütenbildung. Zahlreiche rein- weiße Blüten erscheinen "auf den Punkt" im zeitigen Frühling.

 

Gemswurz - Doronicum orientale'Leonardo Compact' ist eine fast 25 cm hohe Staude mit kompaktem, breit-buschigen Wuchs; Intensiv-leuchtend gelbe, 5 cm große, doppelte Zungen-blüten bringen den puren Sonnenschein in die Bepflanzung.

 

Galanthus nivalis - Filigran, zart und unschuldig zeigt sich das zarte Weiß im Februar. Er ist eigentlich der Schnee-glöckchenmonat. Denn dort, wo das heimische (oder besser eingebürgerte) Schneeglöckchen  aufgrund des vorhan- denen Klimas blühen, gedeihen auch empfindlichere Pflanzen.

 

Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) verdankt ihren Namen eigentlich der ungewöhnlichen Blütenmusterung. Zum "Gartem-Glück" bietet - beispielsweise Werner Pein in Halstenbek - diese in der Natur ehrer sehr selten gewordene Gattung  als Frühlingsblüher an.


Lust auf Frühling?


Kaum zeigen sich die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, werden die Menschen aktiv. Und zu ihren Lieblings-beschäftigungen gehört das Werkeln auf Balkonen, Terrassen und in Gärten. Sprich: Kästen, Kübel und Beete werden mit Frühlingsblühern bepflanzt.

 

Oftmals leider viel zu früh. Denn bis Mitte Mai kann es noch zu empfindlichen Kälteeinbrüchen kommen. Aber wer seinen "Kultur-Frühling" nich dem Dauerfrost aussetzt, wird viel Freude an dieser Natur haben.

 

Man glaubt es kaum, die klein bleibenden vielfarbigen Stiefmütterchen (oft als Hornveilchen angeboten) sind total im Trend. Verständlich, wenn man bedenkt, welche Vielfalt inzwischen als Balkon- und Gartenpflanzen durch züchterische Fleißarbeit hervorgegan- gen sind.

 

Die meisten Veilchen sind inzwischen an das mitteleuropäische Klima angepasst und damit frosthart. Veilchen sind bezüglich des Nährstoffverbrauchs sehr genügsam. Da sie im Regelfall nicht sehr groß werden, ist eine zusätzliche Düngung nicht erforderlich, zumal schon im verwendeten Substrat genügend Nährstoffe enthalten sein sollten.


Bunte Karnevalsprimeln


Als blühende Vorboten des kommenden Frühlings sind die farbenfrohen Primeln sehr populär. Da ihre hellgelben heim- ischen Verwandten oft erst zur Faschingszeit blühen, sind sie auch als Karnevals- oder Vierländer Primeln (Primula vulgaris) bekannt. Noch viel zu selten blüht dieser attraktive Frühlings-zauber in unseren Gärten. Unter Sträucher und Bäume gepflanzt, ver- wandeln sie offen daliegende, sauber gejätete Böden in ein Blütenmeer. Doch zuvor belebt der florierende Lenz unsere Seele. Der kompakte Wuchs der Pflanzen und die Farbenpracht in Goldgelb, Reinweiß, Orange, Violett. Rosa bis hin zum Blau sorgen für wohltuende Abwechslung nicht nur auf der Fenster- bank.

Freude machen die bunten Frühlings-blüher auch den Vierländer Gärtnern. Die Kultur - ob geheizt, frostfrei oder im Freiland - ist unkompliziert, der Zeitraum kalkulierbar, er schwankt zwischen 8 und 10 Monaten und ist abhängig von der jeweiligen Art der Kulturmethode und dem gewünschten Blühtermin. Der größte Teil der zur Zeit angebotenen Primeln wird in heizbaren Glas- oder Folienhäusern bei sehr niedrigen Tem- peraturen Energie freundlich kulti-  viert.


Obwohl es noch nicht soweit ist, bereits jetzt einige Pflegetipps für die kom- menden Monate: Die Primel liebt im Sommer reichlich Schatten und ab Sep- tember (wenn die ersten Blätter von den Bäumen fallen) gewöhnen sie sich langsam ans volle Licht. Primeln schätzen einen feucht-kühlen Standort. Daher ist auf eine regelmäßige Bewässerung zu achten. Trotzdem ver- tragen sie aber keine stauende Nässe. Eine dauerhafte Überwinterung ist nur mit Schutzmaterialien (Fichtenzweige oder dickere Laubschicht) möglich. Dieser natürliche Frostschutz darf erst abgenommen werden, wenn der Boden völlig aufgetaut ist. Um die Knospen- und Blütenbildung im Frühling zu fördern, sollte ein Kali betonter Volldünger gegeben werden. Stickstoffgaben sind in dieser Zeit unbedingt zu vermeiden, denn sie verhindern eher eine rechtzeitige Knospenanlage.

 

Für das problemlose Verpflanzen reicht normale Blumenerde (oder sogenannte Einheitserde). Wichtig ist, den "Früh-lingszauber" vor dem Pflanzen gründlich zu wässern. Mit ein wenig Hege und Pflege gelingt es, dass die Primeln über Wochen gut aussehen. Mitunter faulen oder vergilben besonders die unteren Blätter- und Blütenpartien. Ein sorg- fältiges Putzen ist dann unumgänglich. Wer seinen Frühling von vorn herein nicht zu tief und zu eng stellt oder pflanzt, damit die Luft besser zirkulieren kann, wird mit schönen Blüten belohnt. Augenmerk und Fürsorglichkeit lassen die Karnevals- oder Vierländer Primeln zu dankbaren Blühern werden. Es ist möglich, ältere Pflanzen durch Teilung zu vermehren, jedoch wird davon kaum Gebrauch gemacht.


Pfegetipps


Frühlingsblüher im Topf sollten nicht zu warm stehen. Der Vorteil: Blüten entwickeln sich langsamer, das bedeutet lange Freude am Frühling. Ein prima Standort sind helle aber auch kühlere Räume. Bei Zwiebelpflanzen werden nach dem Abblühen die Blüten vorsichtig entfernt, die Zwiebeln mit dem Laub können in Kübel, Kästen und Garten-beeten ausgepflanzt werden. Im kommenden Frühjahr treibt die Zwiebel dann in unserer gemäßigten Klimazone erneut aus.

Primeln im Topf sollten beim Kauf mehr Knospen als Blüten und feste dunkelgrüne Blätter aufweisen.

 

Am Standort schätzen Primeln einen halbschattigen Platz und einen leicht feuchten Boden. Ihr Gastspiel im Haus ist nach etwa zwei Monaten beendet. Einen weiteren Auftritt erlebt die Primel dann - wenn es möglich ist - im Garten.


Gesichter des Frühlings


Blüten mit „Persönlichkeit“ und ausdrucksstarken „Gesichtern“, die „Geschichten“ erzählen, stehen im Früh- ling im Blickpunkt. So etwa das Stiefmütterchen, die kleine "Iris" oder die sehr beliebte Schachbrettblume. Natürlich zählen zu den Trendblumen der „ersten“ Jahreszeit auch die unter-schiedlichsten vorgetriebenen Tulpen mit ihrer Formen- und Farbenpalette sowie die „kultigen“ Narzissen, die vor allem zum Osterfest Hochsaison haben.

 

Ich freue mich auf Krokusse, Schnee-glöckchen, Märzenbecher oder Blausternchen. Erst, wenn bei allen das Zwiebellaub im Garten verwelkt ist, beginnt der langanhaltende Sommer.